der Kriegsbauarten
Wagentyp Lade-
masse
in t
Ladelänge 
in mm
LüP 
ohne / mit
Bremserstand 
in mm
Eigenmasse
ohne / mit
Bremserstand
in t
erstes 
Baujahr
gebaute
Stückzahl
ca.
Gattung
Gattungsbezirk
offener Mittelbordwagen
24,5
8720
10100 / 10800
10,4 / 10,7
1941
24700
Omm
Linz
offener Hochbordwagen
24,5
8720
10100 / 10800
10,5 / 10,8
1941
49100
Ommu
Villach
offener Hochbordwagen
26,5
8620
10000 / 10100
8,3 / 8,5
1942
30000
Ommu
Klagenfurt
gedeckter Güterwagen
20
8620
10000 / 10100
9,2 / 9,3
1943
7230
Gmhs
Bremen
großräumiger gedeckter Güterwagen
20
10620
12000 / ----
---- / 10,9
1943
<2100
 Glm(g)hs
Leipzig
vierachsiger gedeckter Güterwagen
51
16620
---- / 18000
21,8 / ----
1944
79
GGhs, GGths
Bromberg
Rungenwagen
24,5
10580
12000 / 12100
10,3 / 10,9 
1942
10400
Rmms
Ulm
vierachsiger Schwerlastwagen
50
8800
---- / 10800
---- / 16,0
1940
1860
SSy, SSys
Köln
sechsachsiger Schwerlastwagen
80
11200
---- / 13200
---- / 22,3
1942
?
SSyms 
Köln

Offener abbordbarer Mittelbordwagen
Gattungsbezirk Linz
Ladegewicht 24,5 t
O Linz
O Linz mit Bremserbühne
Diese Fahrzeuge mit einer Bordwandhöhe von nur 1 m wurden speziell für den Transport von Straßenfahrzeugen (Militärtransporte) entwickelt. Zu diesem Zweck können die hölzernen Seitenwände vollständig abgeborded werden.
Ansonsten sind diese Fahrzeuge zum Transport für alle Güter zugelassen. Erkennbar sind diese Wagen weiterhin an einem großen räumlichen Sprengwerk und einem Achsstand von 6 m.
Ursprünglich waren diese Wagen für ein Ladegewicht von 20 t konstruiert. Ihre Fahrwerke waren jedoch verstärkt ausgeführt und für eine Achslast von 20 t geeignet. Das Ladegewicht konnte deshalb problemlos auf 24,5 t festgelegt werden.
Nach einer Verfügung der Deutschen Reichsbahn vom 21. März 1940, welche zur besseren Ausnutzung der Ladekapazitäten von Güterwagen führen sollte, wurde für einige Fahrzeugtypen für die Dauer des Krieges die Beladung mit bis zu einer Tonne über dem ursprünglich zugelassenen Ladegewicht genehmigt. Auch die Fahrzeuge des Gattungsbezirkes Linz fielen unter diese Sondergenehmigung, so daß sie mit 25,5 t beladen werden konnten. Nachweislich haben auch einige Fahrzeuge dieses Typs das Ladegewichtszeichen für 25 t angeschrieben bekommen. 
Die Fahrzeuge mit Handbremse erhielten einen offenen Bremserstand.

Offener Hochbordwagen
Gattungsbezirk Villach
Ladegewicht 24,5 t
O Villach
O Villach mit Kriegsbremserhaus
Dieser Wagentyp besitzt das gleiche Fahrgestell wie die Wagen des Gattungsbezirkes Linz, deshalb gilt auch für sein Ladegewicht die gleiche Regelung. 
Auch er wurde in einem kurzen Zeitraum in beachtlichen Stückzahlen gebaut. Die Fahrzeuge mit Handbremse erhielten ein Kriegsbremserhaus aus Blech mit einem runden Dach. Seine Bordwandhöhe beträgt 1,5m, die Stirnwände sind abklappbar.
Anfänglich wurden diese Wagen noch mit dem Schriftzug "Deutsche Reichsbahn" versehen, später ausgelieferten Wagen wurde nur das Kürzel "DR" angeschrieben.
Im Einsatz waren diese Fahrzeuge bis in die 70er Jahre.

Offener Hochbordwagen
Gattungsbezirk Klagenfurt
Ladegewicht 26,5 t
O Klagenfurt mit Blechtüren
O Klagenfurt mit Holztüren
Die Wagen des Gattungsbezirkes Klagenfurt besitzen mit 26,5 t das größte Ladegewicht aller offenen Reichsbahn-Wagen. Bei einigen dieser Fahrzeuge wurden ebenso wie die Seitenwände auch die Türen mit Holz ausgekleidet. Die Stirnwände dieser Wagen sind abklappbar.

Gedeckter Güterwagen
Gattungsbezirk Bremen
Ladegewicht 20 t
G Bremen
Dieser gedeckte Wagen kann als vereinfachte Version (Kriegsausführung) des erfolgreichen G Oppeln der geschweißten Austauschbauart angesehen werden. Er besitzt einen Achsstand von 7 m, hat kein Sprengwerk und ist nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h zugelassen (G Oppeln 100 km/h).
Nach dem Krieg wurden eine große Anzahl weiterer Wagen gleicher oder ähnlicher Bauart beschafft, so daß die bis 1950 gebaute Gesamtstückzahl etwa 14000 beträgt.
Eine Reihe von Fahrzeugen dieser Bauart wurden während des Krieges zu Behelfs-Güterzug-Gepäckwagen umgebaut, welche etwa bis Anfang der 60er Jahre im Einsatz blieben. 
Von den G-Wagen Bremen blieben einige Exemplare als Bahndienstwagen, Bahnhofswagen oder Bauzugwagen bis weit in die 90er Jahre hinein erhalten, während sie aus dem regulären Dienst bereits Anfang der 70er Jahre verschwanden.

Gedeckter großräumiger Güterwagen
Gattungsbezirk Leipzig
Ladegewicht 20 t
G Leipzig
Einige dieser Fahrzeuge wurden zu kurzgekuppelten Leig-Einheiten umgebaut.

Basierend auf dem Fahrgestell dieses Wagens wurden ab 1943 auch mehr als 5000 Behelfs-Personenwagen der Bauart MCi-43 gebaut. Ursprünglich war vorgesehen, diese spartanisch ausgerüsteten Behelfs-Fahrzeuge nach dem Krieg in entsprechende Güterwagen zurückzubauen, jedoch waren sie nach dem Krieg im Personenverkehr unverzichtbar und einige wurden sogar noch bis in die 60er Jahre im Nebenbahn-Personenverkehr oder als Bahndienstwagen eingesetzt. 


Gedeckter großräumiger Güterwagen
Gattungsbezirk Bromberg
Ladegewicht 51 t
GG Bromberg
Nach einigen Prototypen der Austauschbauart, welche in den frühen 30er Jahren mit einem Ladegewicht von nur 15 t gebaut und dem Gattungsbezirk Dresden zugeordent wurden, stellt dieses deutlich schwerere Fahrzeug die zweite vierachsige Bauart von gedeckten Güterwagen der Reichsbahn dar. Für derartig große GG-Wagen bestand jedoch kein wirklicher Bedarf. Es zeigte sich, daß der Nutzen durch das höhere Ladegewicht in keinem günstigen Verhältnis zu den höheren Beschaffungskosten (wegen der Drehgestelle) stand. Deshalb blieb es bei der Beschaffung von 4 Prototypen und 75 Wagen der Serienausführung. Einige Wagen erhielten Stirnwandtüren (Gattung GGths).
Für Schüttguttransporte (Getreide) erhielten diese Wagen spezielle dicht schließende Türkonstruktionen sowie drei runde Dachöffnungen und zwei Dachlaufstege zur Beladung.

Auch nach dem Krieg haben sich vierachsige gedeckte Wagen in Westeuropa nicht durchsetzen können; dagegen entstanden in der DDR sowie in Ost- und Südeuropa einige Wagentypen in nennenswerten Stückzahlen, für die diese größten Reichsbahn-Güterwagen als Vorbild anzusehen sind.


Rungenwagen
Gattungsbezirk Ulm
Ladegewicht 24,5 t
Dieser Rungenwagen mit 8 m Achsstand unterscheidet sich von seinem Vorgänger, dem Rs Stuttgart, durch ein anderes Sprengwerk und eine insgesamt noch stabilere Konstruktion. Ebenso hat er 72 mm starke Bodenbretter und ein vorhandener Bremserstand kann abgeklappt werden. Auch können seine Seiten- und Stirnwände dergestalt umgeklappt werden, daß ein Befahren sowohl über Seitenrampen als auch über Stirnrampen möglich ist. Dabei sind die Stirnwände so bemessen, daß sie im umgeklappten Zustand ein Überfahren von Straßenfahrzeugen auf den nächsten Wagen ermöglichen, wodurch das Befahren eines kompletten Zuges über eine Stirnrampe möglich ist. Zu diesem Zweck sind die Scharniere so konstruiert, daß sie beim Überfahren nicht belastet werden.

vierachsiger Flachwagen
Gattung SSy und SSys
Ladegewicht 50 t
SSys Köln vierachsig
Diese robusten Fahrzeuge sind für den Transport schwerer Militärfahrzeuge konstruiert worden. Sie bewährten sich auch bei anderen Transportaufgaben hervorragend, so daß sie auch nach dem Krieg bis in die 80er Jahre im Einsatz blieben, eine nenneswerte Anzahl davon im Besitz der Bundeswehr. 
Sie besitzen an jeder Seite vier stählernde Einsteckrungen. Werden diese nicht benötigt, können sie an entsprechenden Halterungen an den Längsträgern befestigt werden. Der Handbremsstand kann umgeklappt oder auch abgenommen werden. 
Während die ab 1940 gebauten Wagen der Gattung SSy einen Drehzapfenabstand von 6150 mm haben, beträgt dieser bei den ab 1942 gebauten Fahrzeugen der Gattung SSys 5950 mm. Optisch unterscheiden sich beide geringfügig in der Form der Längsträger. 

sechsachsiger Flachwagen
Gattung SSyms
Ladegewicht 80 t
SSyms Köln sechsachsig
Dieses sechsachsige Fahrzeug ist die schwerere Variante des vierachsigen Flachwagens. Auch er wurde bis in die 80er Jahre für Schwertransporte eingesetzt.

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Homepage © Thomas Noßke 1999, 2000 www.epoche2.de Epoche II Fahrzeuge der DRG Güterwagen Ende