| verwendete Abkürzungen | |
| Reichspostdirektion | |
| Postleitzahl | |
| RPD-Bezirk oder Gebiet | PLZ | RPD-Bezirk oder Gebiet | PLZ | |
| RPD Augsburg | 13b | RPD Aussig | 11a | |
| RPD Berlin | 1 | RPD Berlin, Bereich der früheren RPD Potsdam | 2 | |
| RPD Braunschweig | 20 | RPD Bremen | 23 | |
| RPD Breslau | 8 | RPD Chemnitz | 10 | |
| RPD Danzig | 5a | RPD Dortmund | 21 | |
| RPD Dresden | 10 | RPD Düsseldorf | 22 | |
| RPD Erfurt | 15 | RPD Frankfurt (Main) | 16 | |
| RPD Frankfurt (Oder) | 2 | Generalgouvernement | 7a | |
| RPD Graz | 12a | RPD Gumbinnen | 5b | |
| RPD Hamburg | 24 | RPD Hannover | 20 | |
| RPD Innsbruck | 12b | RPD Karlsruhe (Baden), Bereich Baden | 17a | |
| RPD Karlsruhe (Baden), Bereich Elsaß | 17b | RPD Kiel | 24 | |
| RPD Klagenfurt | 12b | RPD Koblenz | 22 | |
| RPD Köln | 22 | RPD Königsberg (Pr) | 5b | |
| RPD Leipzig | 10 | RPD Linz (Donau) | 12b | |
| RPD Magdeburg | 19 | RPD München | 13b | |
| RPD Münster (Westf) | 21 | RPD Nürnberg | 13a | |
| RPD Oppeln | 9a | RPD Oppeln, Bereich der früheren RPD Troppau | 9b | |
| RPD Posen | 6 | Protektorat Böhmen und Mähren | 11b | |
| RPD Saarbrücken | 18 | RPD Schwerin (Meckl) | 3 | |
| RPD Stettin | 4 | RPD Stuttgart | 14 | |
| RPD Wien | 12a | |||

Zur Geschichte der Postleitzahlen in Deutschland:
- Während des Zweiten Weltkrieges stieg der Postverkehr in Deutschland vor allem durch die Feldpost sehr stark an. Zur dringend notwendigen Beschleunigung des Postverkehrs wurden darum am 25.07.1941 vom Reichspostministerium Päckchen-Leitgebiete eingeführt, welche mit sogenannten Regionalzahlen oder auch Postleitzahlen gekennzeichnet wurden. Diese orientierten sich an den Ordnungszahlen der Reichspostdirektionen und wurden teilweise durch angehängte Kleinbuchstaben ergänzt (siehe obige Tabelle). Aufgrund der guten Bewährung wurden diese Postleitzahlen am 19.10.1943 zur Benutzung im gesamten zivilen Postverkehr vorgeschrieben. Das betraf auch die Feldpost, die eigenständiger Bestandteil der Reichspost war und nicht der Wehrmacht unterstand.
- Im Gegensatz zur heute üblichen Handhabung der Postleitzahlen wurden damals diese Leitzahlen nur bei der Adreßangabe auf der Postsendung verwendet; sie war nicht offizieller Bestandteil der Postadresse, wurde also normalerweise auch auf gedruckten Briefbögen oder Adreßstempeln nicht mit angegeben.
- Dieses System wurde nach dem Krieg mindestens bis 1949 in ganz Deutschland und in den Westzonen auch noch in den 1950er Jahren weiter benutzt. Dabei ist es zumindest in Einzelfällen noch zu Änderungen der Zahlen bzw. der Gebietszuordnung gekommen.
- In der BRD wurden am 23.03.1962 neue vierstellige Postleitzahlen eingeführt, wobei im damaligen Nummernsystem vier Nummernbereiche unbesetzt blieben. Diese Postleitzahlen wurden für die Orte in der DDR frei gehalten.
- Dort wurden am 03.08.1964 eigene zwei-, drei- und vierstellige Postleitzahlen eingeführt, die ab dem 01.01.1965 benutzt werden mußten. Das ostdeutsche System mit mehreren Leitzahlen für größere Städte unterschied sich etwas von dem westdeutschen System, bei dem jeder Ort nur eine Postleitzahl besaß. Gegen Ende der 1970er Jahre wurde dazu übergegangen, die zwei- und dreistelligen Postleitzahlen durch angehängte Nullen auf einheitlich vierstellige Zahlen aufzufüllen.
- Nur unter dem Gesichtspunkt des Kalten Krieges kann heute nachvollzogen werden, wie damals die Kennzeichnung der jeweils anderen Hälfte Deutschlands bei den Postleitzahlen erfolgte. Postleitzahlen der DDR wurden für Post aus der BRD mit einem vorangestellten X gekennzeichnet. In der Gegenrichtung mußte der PLZ ein O vorangestellt werden. Diese Praxis wurde erst Mitte der 1970er Jahre aufgehoben, als inzwischen fast alle Staaten Postleitzahlen eingeführt hatten und im internationalen Postverkehr das KFZ-Nationalitäten-Kennzeichen der Postleitzahl vorangestellt wurde.
- Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 wurden zunächst die vierstelligen Postleitzahlen weiter benutzt, unter Vorschalten eines W für den Westteil bzw. eines O für den Ostteil Deutschland.
- Am 01.07.1993 wurde dann im wiedervereinten Deutschland das jetzige fünfstellige Postleitzahlsystem eingeführt. Leider wurde damals die einmalige Chance nicht wahrgenommen, ein wirklich leistungs- und zukunftsfähiges System zu entwicklen und umzusetzen. Vielmehr wurde aus Scheu vor wirklichen Veränderungen den Stammtischparolen kleinkarierter Lokalpolitiker nachgegeben und lediglich das bestehende System auf fünf Stellen erweitert und geringfüfig modernisiert, wobei strukturelle Vorteile des alten DDR-Systems Berücksichtigung fanden. Bei etwas mehr Mut zu wirklichen Reformen wäre eine Kombination mit der Telefon-Vorwahl ebenso denkbar gewesen wie ein System, das ähnlich wie bei dem bestehenden sechsstelligen Postleitzahl-System in Großbritannien praktisch jedem Briefkasten ein eindeutige Zuordnung ermöglicht hätte.
| Thomas Noßke 2004 | www.epoche2.de |