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Verkehrsausstellung 1925 München
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| Nach der sehr erfolgreichen Eisenbahntechnischen Ausstellung 1924 in Seddin, die hauptsächlich für das Fachpublikum konzipiert war, wurde ein dreiviertel Jahr später in München eine große Verkehrsausstellung abgehalten, die sich hauptsächlich an das breite Massenpublikum wandte. Es war die bis dahin größte Ausstellung im Deutschen Reich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und wurde in der Zahl der Besucher nur noch von der im darauffolgenden Jahr stattfindenen GeSoLei in Düsseldorf übertroffen. Die Verkehrsausstellung wurde vom 01.06. bis zum 12.10. in den Ausstellungshallen an der Theresienhöhe abgehalten. Einige dieser in damals hochmoderner Stahlbetontechnologie erbauten Ausstellungshallen existieren heute noch und werden artverwandt genutzt. Das Deutschen Museum verlagerte schrittweise seine Verkehrsabteilung in drei dieser Hallen und eröffnete die erste davon anläßlich seines 100. Gründungstages im Jahr 2003. Im Jahr 2006 wurde dieser Umzug mit dem Bezug der dritten Halle abgeschlossen. | |
Direktorium der Ausstellung:
Staatssekretär Ritter von Frank, Direktor der Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn-GesellschaftEhrenpräsidium der Ausstellung: Reichspräsident Generalfeldmarschall a.D. von Hindenburg |
der offizielle Ausstellungskatalog |
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Gruppeneinteilung der Ausstellung:
Gruppe A: LandverkehrAbteilung I: BahnverkehrGruppe B: Wasserverkehr1. Eisenbahn:Abteilung II: StraßenverkehrVerwaltung, Betrieb, Verkehr2. Straßen- und Kleinbahnen, Stadtbahnen |
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| Die Ausstellung sollte die Hallen auf der Teresienhöhe
nutzen, die ab 1908 erbaut worden waren. Nachdem das Ausstellungskonzeptes
fertig vorlag, wurde ein Bedarf von 170 000 m² Freifläche und
39 920 m² überdachter Fläche festgestellt, wovon jedoch
nur 20 690 m² in den bestehenden Hallen vorhanden waren. Die für
den Mehrbedarf zu errichtenden neuen Hallen Ia (700 m² Werkstattmaschinen),
IIa (1082 m² Schiffsmaschinen), VII (3692 m² Luftverkehr), VIIa
(950 m² wiss. Abteilung für Luftfahrt), IX (4000 m² Kraftverkehr)
und X (6670 m² Eisenbahn-Wagen) mit zusammen 17 094 m² Ausstellungsfläche
und 197 290 m³ umbauten Raum wurden binnen vier Monaten von ortsansässigen
Zimmereien und Hallenbaufirmen mit einem Finanzaufwand von 855 215 RM in
Holzkonstruktion aufgestellt. Außerdem wurden neben den Straßen
im Ausstellungsgelände noch ein Vertreterpavillion, ein Pavillon im
Autohof und eine elektrische Station im Ausstellungsbahnhof für zusammen
209 547 RM erreichtet. Für den Ausstellungsbahnhof wurden 241 011
RM ausgegeben. Eine weiterhin errichtet Postautohalle und eine Halle für
Oberbau wurden nicht unter der Regie der Ausstellungsleitung erbaut. An
der Gestaltung der Bauwerke waren 20 Architekten beteiligt.
In den fünf Monaten der Ausstellung wurden 2 831 963 Besucher gezählt, davon das Maximum am 8. August mit 65 149 Personen. Die Gesamtbilanz der Ausstellung lag bei 4 133 748,44 RM, es wurde ein Überschuß von 370 540,11 RM erwirtschaftet. |
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Neben der eigentlichen Verkehrsaustellung wurde auf dem Gelände auch ein Vergnügungspark errichtet, um die Attraktivität der Ausstellung für Familienbesuche zu erhöhen. Neben einer großen Gaststätte und einer Bierhalle gab es kleinere Verkaufsstände und eine große Zahl von Fahrgeschäften wie auf einem großen Jahrmarkt. |
| Im Vergnügungspark wurde auch dieser Kunstpavillion errichtet. Daneben gab es auch ein Marionettentheater. | ![]() |
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Ein attraktiver Bestandteil des Vergnügungsparks und der Ausstellung
insgesamt war die Liliputbahn. Auf etwa 1300 m Gleis mit 381 mm Spurweite
(15 Zoll) fuhren zwei Züge mit offenen Personenwagen. Dafür konstruierte
und baute die Münchner Lokomotivbaufirma Krauss & Co. drei Liliput-Lokomotiven.
Das Bild zeigt den künstlich errichteten Tunnel für die Liliputbahn am westlichen Rand des Vergnügungsparks. Die Rundfahrten mit der Liliputbahn, bei denen bis zu 80 Personen mit einem Zug befördert werden konnten, wurden vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Weitere Abbildungen der Liliputbahn finden sich auf den folgenden Seiten. |
| Die über 8 t schweren Loks erregten bei ihrer Premiere
auf der Verkehrsausstellung sowohl bei den Besuchern als auch beim Fachpublikum
großes Aufsehen. Sie waren im Maßstab 1:3,33 optisch den neuen
Einheits-Schnellzuglkoks der Baureihe 01 nachempfunden und nach vergleichbaren
technischen Richtlinien konstruiert sowie mit selbsttätiger Scharfenberg-Kupplung
ausgestattet.
Die drei Liliputloks wurden im darauffolgenden Jahr 1926 bei der Ausstellung GeSoLei in Düsseldorf eingesetzt und danach an einen Leipziger Unternehmer verkauft. Alle drei Exemplare existieren nach wechselvoller Geschichte heute noch und sind bei den Parkeisenbahnen in Dresden und Leipzig regelmäßig im Einsatz. |
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| Die Ausstellung wurde deutschlandweit und auch im angrenzenden Ausland intensiv beworben. In 16 großen Städten wurde von der Reichspost ein Sonderstempel mit Werbung für die Ausstellung benutzt. Neben zwei Postwertzeichen wurden 14 verschiedene künstlerische Ansichtskarten (siehe ganz oben) mit einer Gesamtauflage von 100 000 Stück, eine Ausstellungs-Postkarte mit eingedruckter Ausstellungs-Briefmarke sowie Ausstellungslesezeichen gedruckt. | ||
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| Lageplan der Ausstellung | |
| allgemeine Fotos von der Ausstellung | |
| eisenbahnspezifische Fotos von der Ausstellung | |
| externer Verweis zum Verkehrszentrum des Deutschen Museums |
| Thomas Noßke 2009 | www.epoche2.de |