Chancengleichheit

Chancengleichheit
gemeinsam für Chancengerechtigkeit

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Wissenschaftliche Lehre und Forschung sind (noch) nicht chancengleich. Die Gleichstellungsarbeit der Hochschule Merseburg berät deshalb zu konkreten Problemen, unterstützt Nachwuchswissenschaftler*innen und bietet Weiterbildungen an. Dabei stehen neben dem Geschlecht weitere Dimensionen wie beispielsweise soziale Herkunft, sexuelle Orientierung und Identität, Behinderung, Elternschaft, Migrationshintergrund oder Alter im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Chancengleiche, wertschätzende und diskriminierungsfreie Studien- und Arbeits-strukturen für alle!

Die Hochschule Merseburg schätzt und fördert die Vielfalt ihrer Hochschulgemeinschaft und legt großen Wert auf einen gleichberechtigte, vertrauensvolle sowie diskriminierungsfreie Zusammenarbeit, die zu einer bestmöglichen Entfaltung der Potenziale aller Hochschulangehörigen beiträgt.

Gleichstellungskonzept

Dabei werden die Prinzipien der Chancengleichheit, Gleichstellung, Antidiskriminierung sowie Familiengerechtigkeit als Querschnittsaufgaben verstanden, die - ausgehend vom Gleichstellungskonzept  - im Leitbild, der Hochschulentwicklungsplanung sowie den Zielvereinbarungen verankert sind. Sie bilden die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung und die damit verbundenen Veränderungsprozesse im Sinne einer Hochschule für alle.

Akteur*innen

Zur Verwirklichung dieser Prinzipien tragen zahlreiche Akteur*innen der Hochschule mit konzeptionellen und strategischen Beiträgen, Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten, zahlreichen Veranstaltungsformaten sowie weiteren Initiativen bei.Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. die Sensibilisierung und Sichtbarmachung sowie die dauerhafte Verankerung in allen Hochschulprozessen, die geschlechtergerechte Personalentwicklung und die gute Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium.

Anti-Diskriminierungsordnung

Der Schutz vor Diskriminierung ist eine weitere wichtige Aufgabe, die sich auf Präventionsmaßnahmen, Interventionen und konsequenten Sanktionen bei diskriminierenden Verhalten sowie auf die Unterstützung und Förderung benachteiligter Personengruppen konzentriert. Auf der Grundlage der novellierten Anti-Diskriminierungsordnung der Hochschule Merseburg  und der damit verbundenen neuen Vertrauensstelle wird diskriminierten Personen durch transparente, niedrigschwellige Verfahrenswege, vertrauliche Beratungsangebote und offizielle Beschwerdemöglichkeiten bedarfsorientierte Unterstützung gewährleistet.

Die Verzahnung von strukturellen Veränderungsprozessen sowie individuellen und bedarfsorientierten Angeboten sind auf dem Weg zu einer diversen und inklusiven Hochschulkultur ein wesentliches Kriterium, welches bei allen Aufgaben und Herausforderungen in den Blick genommen wird.

 

Zur Unterscheidung von Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit

Chancengleichheit: Unter diesem Begriff wird das Recht auf eine gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen, unabhängig u.a. von Geschlecht, Alter, Religion und sozialer Herkunft, verstanden. Dabei spielt das soziale Umfeld und die damit verbundenen Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle, die darauf verweisen, wie wichtig Chancengleichheit als Voraussetzung für die individuelle Entfaltung sind.

Chancengerechtigkeit: Dieser Begriff fokussiert die Aufstiegschancen von Individuen entsprechend ihrer Begabungen (entspricht der Selektion nach Leistungsfähigkeiten). Dabei ist die Kritik an der zu starken Fokussierung auf das Individuum wichtig, da vernachlässigt wird, dass Chancengleichheit (bezogen auf Rahmenbedingungen etc.) als Voraussetzung für gerechte Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden muss.

 

Exzellente Forschung durch chancengerechte Teilhabe

Deutschsprachige Version

Chancengerechtigkeit und Gleichstellung stehen in der Wissenschaft zunehmend im Fokus. Das Thema Gleichstellung wird dabei als Querschnittsthema in der Wissenschaft und Forschung verstanden. Die Hochschule Merseburg analysiert in ihrem Gleichstellungskonzept (gender equality concept) den gegenwärtigen Stand der Chancengerechtigkeit und Gleichstellung und weist gleichzeitig mit einem fokussierten Maßnahmenpaket in die Zukunft. Wichtige Ziele im Bereich Forschung und Wissenschaft sind:

  • eine geschlechtergerechte Gestaltung von Berufungsverfahren, um den Frauenanteil bei Neuberufungen zu erhöhen
  • eine geschlechtergerechte Arbeitsgestaltung durch Schaffung von Entlastungssystemen
  • die Förderung und Begleitung von Nachwuchswissenschaftlerinnen

Auch für Fördermittelgeber, wie die DFG oder Bundesministerien, ist die Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Wissenschaftssystem ein wichtiges Ziel, welches mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt und gefördert wird.

Die Europäische Union zeigt ebenfalls ein verstärktes Engagement im neuen EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“ in Forschung und Innovation. Die Europäische Kommission hat verschiedene Schritte beschlossen, um den in ihrem Gleichstellungsplan 2020-2025 (Gender equality in research and innovation 2020-2025) im Bereich Forschung und Innovation gestellten Gleichstellungszielen gerecht zu werden. Dazu gehören:

  • Die Einbeziehung der Geschlechterdimension in die Forschungs- und Innovationsinhalte wird zu einer Standardanforderung für das gesamte Programm.
  • Als ein neues Förderkriterium für den Zugang zu Horizont Europa-Förderung müssen Hochschuleinrichtungen ab 2022 einen Gleichstellungsplan vorweisen können.
  • Maßnahmen zur Unterstützung der Entwicklung von Gleichstellungsplänen in Forschungs- und Innovationseinrichtungen werden im Rahmen des Teils "Ausweitung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums" unterstützt.
  • Es werden spezifische Mittel bereitgestellt für Geschlechterstudien und intersektionale Forschung, insbesondere in Säule II Cluster 2 - Kultur, Kreativität und integrative Gesellschaft des Rahmenprogrammes.
  • Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter den an Projekten beteiligten Forschenden wird nachdrücklich gefördert und bei gleichrangigen Projektanträgen in der Bewertung berücksichtigt.

Eine gelebte Chancengerechtigkeit und Gleichstellung fördern die Attraktivität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Merseburg, insbesondere für die Gewinnung von hochqualifiziertem wissenschaftlichen Nachwuchs.

Englischsprachige Version

Equal opportunities are increasingly in the focus of science. The topic is understood as a cross-cutting issue in science and research. In its gender equality concept, Merseburg University of Applied Sciences analyses the current status of equal opportunities and describes steps and goals to improve it in teaching and research. Important aims in science and research are:

  • a gender-appropriate design of appeal processes in order to increase the proportion of women in professorships
  • a gender-appropriate work design through the creation of relief systems
  • support of young female scientists

Gender equality in the science system is also an important issue for funding bodies such as the German Research Foundation (DFG) or Federal Ministries. To broad gender equality, they support it with different regulations on the application procedure. The European Commission has decided to address these challenges through Horizon Europe in line with the new Gender Equality Strategy 2020-2025. This includes:

  • The integration of the gender dimension into research and innovation content becomes a standard requirement for the whole programme
  • As a new eligibility criterion for access to Horizon Europe funding, higher education institutions must be able to present a gender equality plan from 2022 on.
  • Actions supporting the development of gender equality plans in research and innovation institutions will be supported under the „Widening Participation and Strengthening the European Research Area“ part of the programme.
  • Specific funding will be allocated for gender studies and intersectional research, in particular in Pillar II Cluster 2 – „Culture, Creativity and Inclusive Society“ of the Framework Programme.
  • Gender balance among researchers involved in projects is strongly encouraged and taken into account in the evaluation of project proposals which are equally ranked.

Equal opportunities and equality in practice promote the attractiveness of Merseburg as a location for higher education and science, especially for attracting highly qualified young academics.

 

 

 

Aktuelles

Unser Information zum Semesterstart 2021 ist da!

13.10.2021, Chancengleichheit

Das neue Semester ist bereits in Präsenz gestartet und neben all der Freude gibt es mancherorts auch ein wenig "Überforderung" mit dem Offline-Alltag, Semester- und Studienstart. Um mal den Kopf frei...

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Unser Webflyer für das Wintersemester 2021/22!

16.09.2021, Chancengleichheit

Auch in diesem Semester finden wieder tolle Formate statt: Unsere interdisziplinäre Ringvorlesung, einige (selbst) reflektierende Workshops im Rahmen unseres Qualifizierungsprogrammes (F)EMPOWERing...

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das neue Programmheft des FEM POWER Projekt

Das Programmheft für SoSe 2021 ist online!

14.04.2021, Chancengleichheit

Das Weiterbildungsangebot des FEM POWER Projekts im SoSe 21 ist nun online abrufbar - bald in print Version!

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Veranstaltungen

Kritische Einführungswochen meets FEM POWER [1.-12. November 2021] - Change my HoMe!

Chancengleichheit , FEM POWER
- 12.09.2021 09:00 bis 19:00 Uhr
Campus der Hochschule und online, immer nachmittags.

RINGVORLESUNG: Über die (Re-)Produktion von sozialer Ungleichheit

Chancengleichheit , FEM POWER
- 02.11.2021 18:15 bis 19:45 Uhr
digital

SEMINAR: Unconscious Bias in Berufungsverfahren für Gleichstellungsakteur:innen

Chancengleichheit , FEM POWER
- 03.11.2021 09:00 bis 16:15 Uhr
digital
Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos, wir hätten sie schon.« Grethe Nestor
Autorin und Journalistin
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