Professionalisierung der Fachkräfte in Produktionsschulen und produktionsorientierten Angeboten in Sachsen-Anhalt

Kategorie: Weiterbildung , Seminare und Vorträge , Kommunikation / Soziale Kompetenzen | Art: Workshop / Seminar
09:00 Uhr
  
Hochschule Merseburg

Weiterbildungsreihe „Professionalisierung der Fachkräfte in Produktionsschulen und produktionsorientierten Angeboten in Sachsen-Anhalt“

Die Weiterbildungsreihe umfasst fünf Module mit jeweils zwei Tagen (Donnerstag und Freitag).

Module:

Modul 1 - Die Jugendlichen und jungen Menschen der Produktionsschule stehen im Mittelpunkt: Verständnis für die Zielgruppe

Die Zielgruppe einer Produktionsschule ist heterogen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahren (in Einzelfällen bis 30 Jahren) befinden sich oft in einer vielschichtigen und oft auch komplizierten Lebenssituation. Sie haben verschiedene Familien- und Bildungshintergründe und sind mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Ressourcen ausgestattet.Hier setzt die kompetenzorientierte, individualisierte Kompetenzentwicklung an. 

Inhalte:

  • Benachteiligungstypologie
  • Kompetenzansatz & Individualisierung
  • Teilhabe und Wertschätzung
  • Sozialisation im Jugendalter
  • Heterogenität der Zielgruppe. Ressourcen- und kompetenzorientierte Förderung von jungen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und Konsequenzen für die didaktische Settings („inklusive Produktionsschule“ gestalten - u.a. auch einfache Sprache)
  • Sprach- und Bildungsbiographie zugewanderter junger Menschen und ressourcenorientierte Arbeit

 

Modul 2 - Die didaktischen Settings einer Produktionsschule: Die Werkstätten als Orte des Lernens und Arbeitens

Die Verbindung von Arbeiten und Lernen gehört zur selbstverständlichen und immer wieder artikulierten Alltagspraxis in Produktionsschulen. Die Lernprozesse sind durch eine hohe Praxis- und Handlungsorientierung gekennzeichnet:
Theoretische Inhalte und Fragestellungen werden unmittelbar aus der Praxis abgeleitet. Das stellt jedoch Herausforderungen an die Fachkräfte, um das Arbeiten und das Lernen systematisch verbunden und methodisch in der pädagogischen Arbeit zu verankern.

Inhalte:

  • Einflussfaktoren für gelingendes Lernen
  • Bildungsorte im Jugendalter (Schule, Familie, peer groups, Medien) und formelle sowie informelle Lernprozesse
  • Lernen im und am Kundenauftrag (Konzept der vollständigen Handlung, Methoden, Spagat zwischen pädagogischem Auftrag und der Produktion, geeignete Produkte und Dienstleistungen, Kunden als „pädagogische Dritte“; Einbeziehen der Jugendlichen)
  • Verbindung von kundenorientiertem Lernen und Vorbereitung auf den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss
  • Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung und Potenziale für die Arbeits- und Lernprozesse von Produktionsschulen

 

Modul 3 - Lerngemeinschaft der Gleichaltrigen

Produktionsschule nutzt im didaktischen Arrangement die gleichaltrigen Miterziehenden und bezieht auch die emotionale Seite der Gemeinschaft ein – von der gemeinsamen Aktivität beim Tun bis hin zur Verantwortungsübernahme für die Einrichtung.

Inhalte:

  • Prinzip des Voneinanderlernens
  • Bedeutung der peer group/ positive peer culture
  • Phasen der Gruppenbildung – Potenziale für die pädagogische Arbeit
  • Identitätsentwicklung im Jugendalter, formelle und informelle Lernprozesse
  • Gemeinschaftserlebnisse

 

Modul 4 - Pädagogischer Alltag und Kultur an Produktionsschulen: Regeln – Räume - Rituale

Produktionsschule ist mehr als Arbeiten und Lernen, mehr als die Verknüpfung von Produktions- und Lernprozessen: Produktionsschule ist ein Arbeits-, Lern- und Lebensort. Arbeiten, Leben und Lernen an Produktionsschulen sind so organisiert, dass den Jugendlichen das Gefühl der Sicherheit und Orientierung vermittelt und somit verlässliche und individuell tragfähige Grundlagen für ein Stabilisierung und eine weitergehende persönliche Entwicklung angeboten werden. Der pädagogische Erfolg der Produktionsschulen liegt u.a. / insbesondere (?) darin begründet, dass sie den jungen Menschen entwicklungsfördernde und anregende Arrangements bieten.

Inhalte:

  • Strukturierung des pädagogischen Alltags an Produktionsschulen
  • Gestaltung der Einstiegsphase (Ankommen und Bleiben)
  • gelingende Interaktions- und Kommunikationsstrukturen
  • Aufstellen und Gestaltung von pädagogisch stimmigen Regeln und Einbeziehung aller Beteiligten/ Grenzen und Grenzziehung/ Durchsetzung von Regeln – Sanktionen/Umgang mit Regelverstößen/ verhandelbare und nichtverhandelbare Regeln
  • Entwicklung und Tradierung von gemeinschaftsstiftenden Ritualen, Lob-orientiertes Wohlfühlklima
  • Raum als weitere pädagogische Instanz = „pädagogischer Dritter/ vierter (?)“
  • konstruktive und motivierende Gesprächsführung
  • Innere Haltung der pädagogischen Fachkräfte und Reflexion der eigenen Rolle(n); Chancen und Grenzen des eigenen pädagogischen Handelns
  • Digitalisierung und Potenziale 2: Einbindung von Entwicklung von Medienkompetenz in den die Arbeits- und Lernprozesse von Produktionsschulen (Handy-Verbot in den Werkstätten?)

 

Modul 5 - Übergangsgestaltung

Produktionsschulen müssen berufliche Übergänge und individuelle „Ablösephasen“ ihrer Jugendlichen und jungen Menschen organisieren und reflektieren. Motto: Jeder hat nach dem Abschluss einen Anschluss.
Die Übergangsgestaltung beginnt bereits mit Eintritt in die Produktionsschule.

Inhalte:

  • Systematische Übergangsgestaltung von Anfang an: Kompetenzen erkennen und entwickeln sowie erfassen und dokumentieren der erworbenen und gezeigten Kompetenzen
  • Individuelle Entwicklungsplanung
  • Berufswegeplanung (auch inklusiv)
  • Integration durch Bildung: berufsbezogene Sprachförderung und integriertes Fach- und Sprachlernen in Produktionsschule
  • Planung und Gestaltung des beruflichen Übergangs und der individuellen Integration, inkl. rechtlicher Rahmenbedingungen für Zugewanderte
  • Rund ums Praktikum – inkl. Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung betrieblicher Praktika
  • Schaffung lokaler und regionaler Bildungs- und Qualifizierungsnetzwerke
  • Individuelle Nachbetreuung

 

Zielgruppe: Fachkräfte der STABIL-Produktionsschulen in Sachsen-Anhalt

Dozent*innen:

  • Dr. Cortina Gentner
  • Gregor May, M. A.
  • Prof. Dr. Jörg A. Meier (wiss. Leitung)
  • Tara de Lorenzo
  • Martin Mertens
  • Raik Lößnitz
  • Arne Meisel

Termine:

  • Modul 1 - 05./06.11.2020
  • Modul 2 - 28./29.01.2021
  • Modul 3 - 11./12.03.2021
  • Modul 4 - 27./28.05.2021
  • Modul 5 - 15./16.07.2021

Jeweils Donnerstag und Freitag ganztägig

 

Ort: Hochschule Merseburg (Eberhard-Leibnitz-Str. 2, 06217 Merseburg), Der Raum wird noch bekannt gegeben.

Entgelt: Von den Teilnehmer*innen wird für die gesamte Weiterbildungsreihe ein Entgelt von 1.950,-€ pro Person erhoben. Die Module sind aufeinander aufbauend und nicht einzeln buchbar.

Bildungsurlaub und finanzielle Fördermöglichkeiten:

  • Für diese Weiterbildung ist Bildungsurlaub in Sachsen-Anhalt beantragt.
  • Zu finanziellen Fördermöglichkeiten für diese Weiterbildung beraten wir Sie gern.

Anmeldung bis spätestens 15.06.2020

Anmeldung

Kontakt

Kontaktperson
Anja Bergner
Projektmitarbeiterin
Raum: Ga/0/06
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