Religion und die gesellschaftliche Debatte um geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung (Veranstaltungsreihe queerer:glauben)

Kategorie: Alumni , Demokratie , Weiterbildung , Kommunikation / Soziale Kompetenzen , Seminare und Vorträge , Sonderveranstaltungen | Art: Öffentliche Veranstaltung
17:00 bis 18:00 Uhr
  
Seminar für Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Großer Berlin 14 (am Je

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Hochschule Merseburg)

Menschen, die sich als Atheist*innen verstehen, können zuweilen kaum nachvollziehen, warum sie von Schwarzen Menschen, von Personen of Color als „christlich-atheistisch“ bezeichnet werden. Sie „wissen fast nie, was das spezifisch Christliche ihrer säkularen Kultur ist, weil es als […] kulturelle Normalität schlechthin empfunden wird“, wie Jessica Jacobi und Gotlinde Magiriba Lwanga in ihrem prägnanten Aufsatz „Was „sie“ schon immer über Antisemitismus wissen wollte, aber nie zu denken wagte“ (1990) ausführen. Und die Autorinnen setzen hinzu: „Christen und Nicht-mehr-Christen reden vom Glauben, wo doch sie es sind, die glauben oder eben nicht mehr glauben. Juden ‚wissen‘. Unserer Meinung nach gibt es in diesem Sinne keinen jüdischen ‚Glauben‘, genausowenig wie es eine jüdische ‚Rasse‘ gibt. Es gibt jedoch eine jüdische Lebensweise. Es gibt jüdisches Wissen und Sensibilität, die oft auch ohne Lebensweise und ohne Wissen durch Sozialisation erworben wird. Es gibt jüdische Geschichte und jüdische Kulturen, wovon Religion ein wesentlicher Bestandteil ist.“ (Ebd.) Mit Texten und Selbstreflexion setzen wir uns im Workshop mit Religion und Queer auseinander. Denn auch wenn man sich kritisch mit Religion befassen möchte, setzt das zunächst ein „Wissen-Wollen“, ein wertschätzendes Fragen und einen interessierten Austausch voraus. Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Hochschule Merseburg) bereitet aus sexualwissenschaftlicher Perspektive einige Zugänge mit Blick auf die abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) im Hinblick auf queere Perspektiven vor und regt zu Austausch an. Dabei wird selbstverständlich auch der bissige christlich-atheistische Kommentar „Golgatha live oder Das fünfte Testament“ des schwulen Autor Gore Vidal zu den „christlichen-scheinheiligen Fundamenten der Gesellschaft“* nicht fehlen.

*https://literaturfestival.com/authors/gore-vidal/

 

TERMIN: 05.06.2024, ab 17:00 Uhr

ORT: Seminar für Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Großer Berlin 14 (am Jerusalemer Platz), 06108 Halle, Großer Seminarraum

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

queerer:glauben ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Ilan-Programms/Jüdischen Studien der MLU (Halle), der Soziale Arbeit.Medien.Kultur der Hochschule Merseburg, der Hochschullernwerkstatt der MLU (Halle), dem des BBZ "lebensart" e.V. und der Queer und Glaube Gruppe (Halle). Mit Dank an weitere Partnerorganisationen wie der ZLB der MLU und dem LISA, sowie Beiträgen von Keshet Deutschland und Salam. Weitere Infos unter: https://www.judaistik.uni-halle.de/forschungsprojekte/ilan/

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Kontakt

Kontaktperson
Anja Bergner
Mitarbeiterin
Raum: Ga/0/06
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