KiTa Fachtag 07.10.2022

KiTa Fachtag: Kindliche Sexualität und Prävention sexualisierter Gewalt*
07.10.2022

KiTa Fachtag: Kindliche Sexualität und Prävention sexualisierter Gewalt 07.10.2022 *

Es wird Zeit, dass wir alle wieder die Möglichkeit haben, in einen fachlichen Austausch zu treten.

Welche Gelegenheit würde sich dafür besser anbieten als ein Fachtag, der mit spannenden Vorträgen und abwechslungsreichen Workshops besticht.

Gemeinsam laden wir – das Kita-Fachteam des Landkreises Saalekreis und das Team der Hochschule Merseburg – Sie am 07.10.2022 zu einem abwechslungsreichen und interessanten Fachtag mit interessanten Vorträgen und praxisnahen Workshops zum Thema kindliche Sexualität - Prävention sexualisierter Gewalt ein.

Themen des Fachtages sind unter anderem:

  • kindliche Sexualität professionell begleiten,
  • Prävention sexualisierter Gewalt und die psychosexuelle Entwicklung.

Interessierte sind herzlich eingeladen!

* Fachtag „Prävention sexualisierter Gewalt - Schutzkonzepte zum Umgang mit kindlicher Sexualität sowie die Vermeidung von sexuellen Übergriffen von Kindern untereinander“

 

Programm*:

09:00 Uhr  Grußworte

09:20 Uhr  Impulsvortrag „Körper, Liebe, Doktorspiele (psychosexuelle Entwicklung von Kindern)“ - Franziska Hartung

09:40 Uhr  Impulsvortrag „Ich habe ein mulmiges Gefühl, denn sie haben sich eben nicht nur gegenseitig ihre Genitalien gezeigt.“ – Sexuell auffälliges (sowie sex. grenzverletzendes) Verhalten von Kindern zuverlässig einschätzen. -  Astrid Hermann-Haase

10:00 Uhr  Impulsvortrag  „Psychosexuelle Entwicklung von Kindern mit Eltern thematisieren“ - Sandra Frisch & Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß

10:20 Uhr  Theater Medley „Mein Körper gehört mir!“ - Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück

10:40 Uhr  Pause & Markt der Möglichkeiten

11:10 Uhr  Workshoprunde 1  (Siehe unten. Bitte wählen Sie bei Ihrer Anmeldung einen Workshop aus!)

12:40 Uhr  Pause & Markt der Möglichkeiten

14:00 Uhr  Workshoprunde 2 (Siehe unten. Bitte wählen Sie bei Ihrer Anmeldung einen Workshop aus!)

15:30 Uhr  kurze Pause

15:45 Uhr  Abschluss

16:00 Uhr  Ende des Fachtages

*Änderungen/Ergänzungen vorbehalten

 

Anmeldung und Kontakt

Kontaktperson
Anja Bergner
Mitarbeiterin
Raum: Ga/0/06
Telefon: +49 3461 46-2700

Veranstaltet von:

Gefördert vom:

 

 

Workshopübersicht Runde 1 (11:10-12:40 Uhr):

PRÄSENZ

Präsenz - Workshopübersicht Runde 1 (11.10-12.40 Uhr)

***Dieser Workshop ist bereits voll belegt.***

Häufig macht sexuell markantes Verhalten von Kindern ein mulmiges Gefühl bei uns Fachkräften. Auch das erlernte Wissen um die Psychosexuelle Entwicklung reicht nicht immer aus, um der Vielfältigkeit von Situationen und Kindern begegnen zu können. Das belgische Flaggenmodell „Sensoa“ bietet eine konkrete Übersicht zur Einschätzung von sexuell auffälligem als auch sexuell grenzverletzendem Verhalten von 0 – 18 Jährigen. Es kann für Situationen, in denen Fachkräfte ein "ungutes Bauchgefühl" haben, wirksame Handreichung zur Klärung im Team sowie für die einzelne Fachkraft sein. Auch sichert es fachliche Grundlagen um (pädagogische) Interventionen ggü. Eltern oder Leistungsträgern begründen zu können. Im Inputvortrag wird das praktikable System komprimiert vorgestellt.

Workshop dazu: Gemäß der Rückmeldung anderer Fachkräfte braucht es praktische Erfahrung, um souverän mit dem Sensoa-Flaggenmodell arbeiten zu können. Um dem gerecht zu werden und das hilfreiche Werkzeug in die Anwendung zu bringen, Fallstricken zu begegnen und eine tatsächliche Nutzung anhand von realen Fällen zu erproben, empfiehlt sich die Teilnahme am Workshop. Auch bietet der Workshop die Gelegenheit mögliche Interventionen zu sondieren. Die anonymisierten Fallbeispiele entsprechen tagesaktuellen Fallkonstruktionen von Kindern im KiTa- sowie Grundschulalter der Fachberatungsstellenarbeit.

 

Workshopleitung: Astrid Herrmann-Haase

M.A. Sexualwissenschaftlerin, ist Mitarbeiterin bei Wildwasser Halle e.V. und seit 2013 im Themenfeld der Sexualisierten Gewalt sowohl in der Fachberatung als auch Fortbildung tätig (Wildwasser Magdeburg e.V. und Fachstelle AUSWEG Magdeburg). Sie ist Traumafachberaterin, insoweit erfahrene Fachkraft (§ 8a SGB VIII) für die Einschätzung von vermuteten Kindeswohlgefährdungen, sexual-, paar- und traumatherapeutisch sowie in der sog. Opfergerechten Täter*innenarbeit weitergebildet.

***Dieser Workshop ist bereits voll belegt.***

Kinder sind sexuelle Wesen. Bereits im Mutterleib beginnt ihre psychosexuelle Entwicklung. Für Fachkräfte im institutionellen Kontext bedeuten Gespräche mit den Bezugspersonen oft eine Gradwanderung zwischen Wissens- und Informationsvermittlung, Schamempfinden, Tabuisierung und Missverständnissen.

Das Thema Sexualität ist besonders im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern emotional besetzt und bedarf gerade deshalb einer professionellen Herangehensweise. Der Workshop will pädagogischen Fachkräften Anregungen und Reflektionsmöglichkeiten geben, wie und wann eine gute Kommunikation mit den Eltern gelingen kann. In Form von theoretischem Input, Diskussionen und Kleingruppenarbeit sollen dabei Ihre Fragen im Mittelpunkt stehen.

 

Workshopleitung:

  • Anja Lockner (Sozialpädagogin B.A.; Systemische Beraterin; Sexualpädagogin)
  • András Magyar (Dipl. Soziologe; Zusatzausbildung in Sexualtherapie und systemischer Kinder- und Jugendlichentherapie (pro familia Beratungsstelle Halle))

 

Gesellschaftspolitische Entwicklungen sind im Gange, die auch Kindertagesstätten tangieren: die Enttabuisierung von Intergeschlechtlichkeit, der Geschlechtseintrag „divers“, die Entpathologisierung von Transgeschlechtlichkeit, die zunehmende Sichtbarkeit nicht-binärer Geschlechtsidentitäten, die Berücksichtigung transidenter, nicht-binärer und intergeschlechtlicher junger Menschen im SGB VIII §9, die gelebte Vielfalt nicht-heterosexueller Lebensweisen sowie die Vorhaben der Bundesregierung zur Anerkennung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Zudem ergeben sich durch verschiedene Formen von Diskriminierungen sowie Angriffe rechter Kräfte auf eine aufgeklärte und Vielfalt anerkennende Gesellschaft weitere Herausforderungen.

Der Workshop stellt nach einer Reflexion bisheriger persönlicher und beruflicher Erfahrungen Fachwissen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zur Verfügung. Anschließend werden Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, Anregungen zur Umsetzung gegeben und Materialien/Unterstützungsangebote für Kitas vorgestellt.

Workshopleitung: Ants Kiel

Diplom-Pädagoge; Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (LKS Süd) beim BBZ "lebensart" e.V.

Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass männliche Fachkräfte in Kitas in der Regel sehr willkommen sind. In der Praxis sind sie aber auch immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. In dem Workshop wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche Wünsche und Hoffnungen werden mit männlichen Fachkräften verbunden? Wie stellt sich die Situation von männlichen Fachkräften und geschlechtergemischten Teams in der Praxis dar? Welche Chancen bieten gemischtgeschlechtliche Kita-Teams und vor welchen möglichen Herausforderungen stehen sie?

Workshopleitung: Jens Krabel

War viele Jahre in der Koordinationsstelle "Männer in Kitas" als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Fachreferent tätig. In diesem Rahmen führte er Forschungsprojekte durch und begleitete Modellprogramme zu den Themen "Gender und Männliche Fachkräfte in Kitas". Aktuell arbeitet er als Organisationsberater für einen Berliner Kita-Träger und ist im Institut für Gegenwartsfragen der Frühen Bildung beschäftigt.

Im Kitaalltag gibt es viele Berührungen mit Geschlechteraspekten. Gemeinsam werden wir uns dem Thema methodisch annähern, die verschiedenen Dimensionen von Geschlechtlichkeit beleuchten, Kinderbücher und Methoden dazu kennenlernen und im Medienkoffer stöbern.

Workshopleitung: Dr. Kerstin Schumann 

Geschäftsführerin im KgKJH Sachsen-Anhalt e.V. und vertritt die Schwerpunkte Geschlechtervielfalt sowie Gender-Mainstreaming. Sie wirkt im Landesjugendhilfeausschuss Sachsen-Anhalt, im Beirat für das Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt und an der Fortschreibung des Aktionsprogramms LGBTIQ* des Bundeslandes mit. www.geschlechtergerechteJugendhilfe.de

Körperliche Neugier und spannende Fragen von Kindern gehören zum Alltag in Kitas. Vielfältige Ausdrucksformen kindlicher Sexualität sind ein wesentlicher Teil kindlicher Entwicklung und erfordern einen liebevollen, angemessenen und bewussten Umgang. Dabei bestehen jedoch viele Verunsicherungen bei Eltern und Fachkräften. Was ist unter kindlicher Sexualität zu verstehen? Was ist „normal“, was erlaubt? Wann werden Grenzen verletzt? Welche Informationen über Sexualität sollten Kinder in welchem Alter erhalten, was sollten sie lernen und wissen? Wie kann eine konstruktive Kommunikation zu diesem sensiblen Thema im Team sowie eine gelungene Elternarbeit aussehen? Und wie kann Sexuelle Bildung vor sexuellen Übergriffen schützen?

Im Workshop werden die psychosexuellen Entwicklungsschritte von Kindern erarbeitet und anhand einzelner Aspekte der liebevolle, fachliche und angemessene Umgang mit kindlichem Sexualverhalten in Kindertagesstätten erörtert.

Workshopleitung: Ralf Pampel

M.A. Angewandte Sexualwissenschaft, Dipl.-Sozialpädagoge,Referent für Sexuelle Bildung und Sexualpädagogik

In dem Workshop werden die Präventionsprojekte „Mein Körper gehört mir!“ und „Die große Nein Tonne“ vorgestellt. Die Präventionsprinzipien werden erläutert und praktische Methoden für die Arbeit mit Kindern vorgestellt und ausprobiert. 

Workshopleitung: Jenny Voigt

Soziale Arbeit (BA), Theaterpädagogin, Systemische Familientherapeutin (DGSF), Schauspielerin, Clownin

 

Online

Online - Workshopübersicht Runde 1 (11.10-12.40 Uhr)

Workshopleitung: Ursula Rosen

Intergeschlechtliche Menschen e. V.

 

Körpererkundungen, Doktorspiele oder Fragen zum Kinderkriegen sind typische Ausdrucksweisen kindlicher Sexualität. Oft ist jedoch nicht ganz klar, was zu einer "normalen" Sexualitätsentwicklung gehört, oder was auffällig und interventionswürdig ist. Der Workshop bietet im ersten Schritt grundlegende Informationen über die Körper- und Sexualentwicklung im Kitaalter. Konkrete Alltagssituationen werden besprochen und es wird geprüft, wie der Schutz vor Grenzüberschreitungen und Förderung von Welterkundung zusammengehen können.

Wie kann Sexualpädagogik angemessen in der Balance zwischen Freiraumgewährung und Schutzgedanken begleiten? Welche Grenzen sind bei der pflegerischen Fürsorge mit den Kindern (z.B. bei der Wickelsituation) angemessen? Wie geht sexualpädagogisches Arbeiten in einer gesellschaftlichen Vielfalt, in der sich klassische Menschenbilder verändern, auffächern, erweitern und der Genderblick in den Vordergrund rücken soll. Am Ende steht die Integration sexualpädagogischen Arbeitens in die Alltagsarbeit und sie erhalten Impulse für die Integration in das pädagogische und ihr Konzept

Workshopleitung: Kai Müller

Dipl.- und Sexualpädagoge (isp), Sexualberater i.A. (DGfS), Dozent des Instituts für Sexualpädagogik (iSp)

Wie können Kinder ihren Gefühlen vertrauen? Was können Kinder tun, wenn ihnen jemand zu nahe kommt? Wem können sich Kinder anvertrauen, wenn sie Kummer haben?

Im Workshop werden altergerechte Methoden vorgestellt, mit denen die Kinder lernen sollen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, aber auch die Gefühle anderer zu achten. Sie erfahren, dass es Geheimnisse gibt, die man für sich behalten kann, aber auch solche, die man erzählen muss, um sich zu schützen. Die Kinder werden sich über mögliche Vertrauenspersonen bewusst, die sie ansprechen können, wenn sie sich mitteilen wollen. Sie lernen, ihre Grenzen zu erkennen, auf Grenzverletzungen adäquat zu reagieren und respektvoll mit den Grenzen anderer umzugehen. Das Einüben von angemessenen Reaktionen sowie das Wissen über eigene Stärken und die Unterstützung durch Freunde und Vertrauenspersonen wirkt präventiv.

Workshopleitung: Dr. Katja Bach

Jugendschutzreferentin in der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media (www.servicestelle-jugendschutz.de) mit den Themenschwerpunkten Jugend(medien)schutz, Prävention sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung. Sie wirkt im Landesjugendhilfeausschuss Sachsen-Anhalt, in der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz sowie im Beirat der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz mit und ist Länderbeisitzerin in die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

 

Workshopübersicht Runde 2 (14:00-15:30 Uhr):

PRÄSENZ

Präsenz - Workshopübersicht Runde 1 (11.10-12.40 Uhr)

Häufig macht sexuell markantes Verhalten von Kindern ein mulmiges Gefühl bei uns Fachkräften. Auch das erlernte Wissen um die Psychosexuelle Entwicklung reicht nicht immer aus, um der Vielfältigkeit von Situationen und Kindern begegnen zu können. Das belgische Flaggenmodell „Sensoa“ bietet eine konkrete Übersicht zur Einschätzung von sexuell auffälligem als auch sexuell grenzverletzendem Verhalten von 0 – 18 Jährigen. Es kann für Situationen, in denen Fachkräfte ein "ungutes Bauchgefühl" haben, wirksame Handreichung zur Klärung im Team sowie für die einzelne Fachkraft sein. Auch sichert es fachliche Grundlagen um (pädagogische) Interventionen ggü. Eltern oder Leistungsträgern begründen zu können. Im Inputvortrag wird das praktikable System komprimiert vorgestellt.

Workshop dazu: Gemäß der Rückmeldung anderer Fachkräfte braucht es praktische Erfahrung, um souverän mit dem Sensoa-Flaggenmodell arbeiten zu können. Um dem gerecht zu werden und das hilfreiche Werkzeug in die Anwendung zu bringen, Fallstricken zu begegnen und eine tatsächliche Nutzung anhand von realen Fällen zu erproben, empfiehlt sich die Teilnahme am Workshop. Auch bietet der Workshop die Gelegenheit mögliche Interventionen zu sondieren. Die anonymisierten Fallbeispiele entsprechen tagesaktuellen Fallkonstruktionen von Kindern im KiTa- sowie Grundschulalter der Fachberatungsstellenarbeit.

 

Workshopleitung: Astrid Herrmann-Haase

M.A. Sexualwissenschaftlerin, ist Mitarbeiterin bei Wildwasser Halle e.V. und seit 2013 im Themenfeld der Sexualisierten Gewalt sowohl in der Fachberatung als auch Fortbildung tätig (Wildwasser Magdeburg e.V. und Fachstelle AUSWEG Magdeburg). Sie ist Traumafachberaterin, insoweit erfahrene Fachkraft (§ 8a SGB VIII) für die Einschätzung von vermuteten Kindeswohlgefährdungen, sexual-, paar- und traumatherapeutisch sowie in der sog. Opfergerechten Täter*innenarbeit weitergebildet.

Kinder sind sexuelle Wesen. Bereits im Mutterleib beginnt ihre psychosexuelle Entwicklung. Für Fachkräfte im institutionellen Kontext bedeuten Gespräche mit den Bezugspersonen oft eine Gradwanderung zwischen Wissens- und Informationsvermittlung, Schamempfinden, Tabuisierung und Missverständnissen.

Das Thema Sexualität ist besonders im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern emotional besetzt und bedarf gerade deshalb einer professionellen Herangehensweise. Der Workshop will pädagogischen Fachkräften Anregungen und Reflektionsmöglichkeiten geben, wie und wann eine gute Kommunikation mit den Eltern gelingen kann. In Form von theoretischem Input, Diskussionen und Kleingruppenarbeit sollen dabei Ihre Fragen im Mittelpunkt stehen.

 

Workshopleitung:

  • Anja Lockner (Sozialpädagogin B.A.; Systemische Beraterin; Sexualpädagogin)
  • András Magyar (Dipl. Soziologe; Zusatzausbildung in Sexualtherapie und systemischer Kinder- und Jugendlichentherapie (pro familia Beratungsstelle Halle))

 

Gesellschaftspolitische Entwicklungen sind im Gange, die auch Kindertagesstätten tangieren: die Enttabuisierung von Intergeschlechtlichkeit, der Geschlechtseintrag „divers“, die Entpathologisierung von Transgeschlechtlichkeit, die zunehmende Sichtbarkeit nicht-binärer Geschlechtsidentitäten, die Berücksichtigung transidenter, nicht-binärer und intergeschlechtlicher junger Menschen im SGB VIII §9, die gelebte Vielfalt nicht-heterosexueller Lebensweisen sowie die Vorhaben der Bundesregierung zur Anerkennung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Zudem ergeben sich durch verschiedene Formen von Diskriminierungen sowie Angriffe rechter Kräfte auf eine aufgeklärte und Vielfalt anerkennende Gesellschaft weitere Herausforderungen.

Der Workshop stellt nach einer Reflexion bisheriger persönlicher und beruflicher Erfahrungen Fachwissen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zur Verfügung. Anschließend werden Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, Anregungen zur Umsetzung gegeben und Materialien/Unterstützungsangebote für Kitas vorgestellt.

Workshopleitung: Ants Kiel

Diplom-Pädagoge; Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (LKS Süd) beim BBZ "lebensart" e.V.

Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass männliche Fachkräfte in Kitas in der Regel sehr willkommen sind. In der Praxis sind sie aber auch immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. In dem Workshop wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche Wünsche und Hoffnungen werden mit männlichen Fachkräften verbunden? Wie stellt sich die Situation von männlichen Fachkräften und geschlechtergemischten Teams in der Praxis dar? Welche Chancen bieten gemischtgeschlechtliche Kita-Teams und vor welchen möglichen Herausforderungen stehen sie?

Workshopleitung: Jens Krabel

War viele Jahre in der Koordinationsstelle "Männer in Kitas" als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Fachreferent tätig. In diesem Rahmen führte er Forschungsprojekte durch und begleitete Modellprogramme zu den Themen "Gender und Männliche Fachkräfte in Kitas". Aktuell arbeitet er als Organisationsberater für einen Berliner Kita-Träger und ist im Institut für Gegenwartsfragen der Frühen Bildung beschäftigt.

Im Kitaalltag gibt es viele Berührungen mit Geschlechteraspekten. Gemeinsam werden wir uns dem Thema methodisch annähern, die verschiedenen Dimensionen von Geschlechtlichkeit beleuchten, Kinderbücher und Methoden dazu kennenlernen und im Medienkoffer stöbern.

Workshopleitung: Dr. Kerstin Schumann 

Geschäftsführerin im KgKJH Sachsen-Anhalt e.V. und vertritt die Schwerpunkte Geschlechtervielfalt sowie Gender-Mainstreaming. Sie wirkt im Landesjugendhilfeausschuss Sachsen-Anhalt, im Beirat für das Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt und an der Fortschreibung des Aktionsprogramms LGBTIQ* des Bundeslandes mit. www.geschlechtergerechteJugendhilfe.de

Körperliche Neugier und spannende Fragen von Kindern gehören zum Alltag in Kitas. Vielfältige Ausdrucksformen kindlicher Sexualität sind ein wesentlicher Teil kindlicher Entwicklung und erfordern einen liebevollen, angemessenen und bewussten Umgang. Dabei bestehen jedoch viele Verunsicherungen bei Eltern und Fachkräften. Was ist unter kindlicher Sexualität zu verstehen? Was ist „normal“, was erlaubt? Wann werden Grenzen verletzt? Welche Informationen über Sexualität sollten Kinder in welchem Alter erhalten, was sollten sie lernen und wissen? Wie kann eine konstruktive Kommunikation zu diesem sensiblen Thema im Team sowie eine gelungene Elternarbeit aussehen? Und wie kann Sexuelle Bildung vor sexuellen Übergriffen schützen?

Im Workshop werden die psychosexuellen Entwicklungsschritte von Kindern erarbeitet und anhand einzelner Aspekte der liebevolle, fachliche und angemessene Umgang mit kindlichem Sexualverhalten in Kindertagesstätten erörtert.

Workshopleitung: Ralf Pampel

M.A. Angewandte Sexualwissenschaft, Dipl.-Sozialpädagoge,Referent für Sexuelle Bildung und Sexualpädagogik

In dem Workshop werden die Präventionsprojekte „Mein Körper gehört mir!“ und „Die große Nein Tonne“ vorgestellt. Die Präventionsprinzipien werden erläutert und praktische Methoden für die Arbeit mit Kindern vorgestellt und ausprobiert. 

Workshopleitung: Jenny Voigt

Soziale Arbeit (BA), Theaterpädagogin, Systemische Familientherapeutin (DGSF), Schauspielerin, Clownin

 

Online

Online - Workshopübersicht Runde 1 (11.10-12.40 Uhr)

Workshopleitung: Ursula Rosen

Intergeschlechtliche Menschen e. V.

 

Körpererkundungen, Doktorspiele oder Fragen zum Kinderkriegen sind typische Ausdrucksweisen kindlicher Sexualität. Oft ist jedoch nicht ganz klar, was zu einer "normalen" Sexualitätsentwicklung gehört, oder was auffällig und interventionswürdig ist. Der Workshop bietet im ersten Schritt grundlegende Informationen über die Körper- und Sexualentwicklung im Kitaalter. Konkrete Alltagssituationen werden besprochen und es wird geprüft, wie der Schutz vor Grenzüberschreitungen und Förderung von Welterkundung zusammengehen können.

Wie kann Sexualpädagogik angemessen in der Balance zwischen Freiraumgewährung und Schutzgedanken begleiten? Welche Grenzen sind bei der pflegerischen Fürsorge mit den Kindern (z.B. bei der Wickelsituation) angemessen? Wie geht sexualpädagogisches Arbeiten in einer gesellschaftlichen Vielfalt, in der sich klassische Menschenbilder verändern, auffächern, erweitern und der Genderblick in den Vordergrund rücken soll. Am Ende steht die Integration sexualpädagogischen Arbeitens in die Alltagsarbeit und sie erhalten Impulse für die Integration in das pädagogische und ihr Konzept

Workshopleitung: Kai Müller

Dipl.- und Sexualpädagoge (isp), Sexualberater i.A. (DGfS), Dozent des Instituts für Sexualpädagogik (iSp)

Wie können Kinder ihren Gefühlen vertrauen? Was können Kinder tun, wenn ihnen jemand zu nahe kommt? Wem können sich Kinder anvertrauen, wenn sie Kummer haben?

Im Workshop werden altergerechte Methoden vorgestellt, mit denen die Kinder lernen sollen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, aber auch die Gefühle anderer zu achten. Sie erfahren, dass es Geheimnisse gibt, die man für sich behalten kann, aber auch solche, die man erzählen muss, um sich zu schützen. Die Kinder werden sich über mögliche Vertrauenspersonen bewusst, die sie ansprechen können, wenn sie sich mitteilen wollen. Sie lernen, ihre Grenzen zu erkennen, auf Grenzverletzungen adäquat zu reagieren und respektvoll mit den Grenzen anderer umzugehen. Das Einüben von angemessenen Reaktionen sowie das Wissen über eigene Stärken und die Unterstützung durch Freunde und Vertrauenspersonen wirkt präventiv.

Workshopleitung: Dr. Katja Bach

Jugendschutzreferentin in der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media (www.servicestelle-jugendschutz.de) mit den Themenschwerpunkten Jugend(medien)schutz, Prävention sexualisierter Gewalt und Kindeswohlgefährdung. Sie wirkt im Landesjugendhilfeausschuss Sachsen-Anhalt, in der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz sowie im Beirat der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz mit und ist Länderbeisitzerin in die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

 

TERMIN, ORT & ENTGELT

TERMIN: 07.10.2022, 9:00-16:00 Uhr

ORT: Hörsaal 4, Hochschule Merseburg und Digital (Zoom) - Die Veranstaltung wird hybrid durchgeführt. Zugangsdaten für die Teilnahme online über Zoom erhalten Sie nach der Anmeldung.

ENTGELT: 

  • 20,-€ p.P. - Teilnahme Präsenz (vor Ort)
  • 10,-€ p.P. - Teilnahme Digital (Zoom)

Bitte beachten Sie, dass die Anmeldung verbindlich und eine Stornierung nicht möglich ist.

 

ANMELDUNG

Bitte melden Sie sich per E-Mail an: weiterbildung@hs-merseburg.de oder nutzen Sie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung (siehe Link zum Kontaktformular auf der rechten Seite)

Bitte geben Sie bei der Anmeldung folgendes an: 

  • vollständiger Name
  • Institution/Funktion
  • Rechnungsadresse
  • Je Workshop-Runde die Nummer des Workshops an, an dem Sie teilnehmen möchten. Geben Sie zu den Workshops bitte jeweils Ihren Erst- und Zweitwunsch an.

Informieren Sie uns bitte auch, ob Sie sich am "Markt der Möglichkeiten" beteiligen möchten.

 

Hinweis Foto- und Filmaufnahmen

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass während des Fachtages am 07.10.2022 vor Ort an der Hochschule Merseburg Foto- und Filmaufnahmen gemacht werden. Die Foto- und Filmaufnahmen werden in Bildschirm- und Printmedien der Hochschule Merseburg und des Saalekreises zur Berichterstattung veröffentlicht sowie ggf. für neue Informationsmaterialien (Bildschirm und Print) der Hochschule Merseburg und des Saalekreises genutzt.

Sollten Sie keine Foto- und Filmaufnahmen wünschen, dann wählen Sie bitte die digitale Teilnahme über Zoom.

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