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Dienstag, 12. September 2017 08:44 Alter: 8 Tag(e)

Vortrag zu Forschungsethik

 Einen Vortrag zu Forschungsethik hält Professor Hella von Unger aus München am 14. September ab 17 Uhr im Hörsaal 2 auf dem Campus der Hochschule Merseburg. Sie führt darin in zentrale forschungsethische Grundsätze ein und diskutiert einige Herausforderungen in der qualitativen Forschung.

Forschungsethische Fragen stellen sich in allen Phasen der empirischen Forschung: von der Themenwahl und Planung bis zur Dissemination und Verwertung. Sie betreffen vor allem die Gestaltung der Beziehungen zwischen den Forschenden und den Personen und Einrichtungen, die an der Forschung teilnehmen. Forschungsethischen Grundsätzen folgend sind Forschende aufgefordert, die Risiken der Teilnahme an ihrer Studie zu antizipieren und Schaden zu vermeiden, von Teilnehmenden eine informierte Einwilligung einzuholen und die Daten zu anonymisieren und vertraulich zu behandeln.

In der qualitativen Forschungspraxis stoßen diese Grundsätze jedoch schnell an Grenzen: Wie lässt sich beispielsweise eine informierte Einwilligung bei teilnehmenden Beobachtungen einholen – und von wem? Wie lassen sich Risiken antizipieren, wenn der Forschungsverlauf methodologischen Prinzipien folgend offen gestaltet wird und nur eingeschränkt planbar ist? Lassen sich qualitative Daten überhaupt sinnvoll anonymisieren – und wenn ja, wie? Was ist bei Forschung mit besonders „vulnerablen“ Personen zu beachten?

 

Im Zusammenhang mit neuen Technologien, digitalen Wirklichkeiten und Social-Media-Forschung stellen sich auch ganz neue Fragen. Es bedarf daher einer forschungsethischen Reflexivität, die nicht nur das eigene Forschungshandeln sondern auch die kanonisierten Grundsätze kritisch hinterfragt und danach strebt, im jeweils spezifischen Forschungskontext Antworten auf die Frage zu finden, welches Handeln ethisch vertretbar ist – und welches nicht.

Referentin Hella von Unger ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der Vortrag wird im Rahmen des Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit (sysoma) gehalten, einem in Deutschland einmaligen Studienangebot. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter lernen diesem Aufbaustudium die Theorien und Methoden eines modernen lösungs- und ressourcenorientierten Ansatzes der Sozialen Arbeit kennen.

Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Der Eintritt ist frei und ohne Anmeldung.