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Auswirkungen der additiven Fertigung auf die Geschäftsprozesse und -modelle bei KMU

22.04.2015

3D@KMU - Neues Forschungsprojekt am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

3D-Drucker halten derzeit Einzug in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und sogar bei Privatnutzern. Viele erwarten, dass ausgehend von den 3D-Druckern in den kommenden Jahren ein ähnlich radikaler Wandel in Industrie und Gesellschaft ausgelöst wird wie durch die Verbreitung von Computer, Druckern oder dem Internet. Wissenschaftlich verbirgt sich hinter dem Schlagwort des 3D-Druckers die Welt der additiven Fertigung, auch „generative Fertigung“, „Digital Fabrication“ oder „Additive Manufacturing“ genannt.

Das Potential der additiven Fertigungsverfahren wurde in Deutschland bereits von vielen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen erkannt. Diese entwickelten und entwickeln marktfähige Anlagen, die von ihren Anwendungen im Prototypenbau (Rapid Prototyping) den Weg in die Fertigung von Endprodukten (Rapid Manufacturing) gefunden haben. Ein neuer Wirtschaftszweig ist gewachsen, der Einfluss in viele Branchen hat, denn die Wertschöpfungskette reicht von der Werkstoffherstellung über den Anlagenbau, den additiven Fertigungsverfahren als Dienstleistung bis hin zur Integration additiv gefertigter Bauteile in ansonsten konventionell gefertigte Produkte.

Die Konzentration in Forschung und Entwicklung liegt jedoch zumeist auf industriellen Anwendungen und bei den technischen Aspekten der additiven Fertigung. Wenig Aufmerksamkeit wird dagegen den Bedürfnissen und Anforderungen der KMU geschenkt.  Für diese sind die Potentiale der additiven Fertigung derzeit noch nicht transparent. Denn während große und ausreichend kapitalisierte Unternehmen bereits seit knapp 20 Jahren 3D-Drucker einsetzen, verändert sich das Angebot und die Nachfrage in den kommenden Jahren stark in Richtung  KMU und Privathaushalte. In diese Lücke greift das Projekt von Prof. Dr. Heiko Schinzer, der mit seinem Team antritt wirtschaftliche Einsatzpotenziale zu erforschen und zu untersuchen wie sich diese Technologien auf Märkte, Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse in den Unternehmen auswirken werden.

In der Praxis werden sich in den kommenden Jahren folgende Anwendungsszenarien durchsetzen: 

Anwendungsszenarien für 3D-Druck
Anwendungsszenarien für 3D-Druck

Ziel ist es, an der Schnittstelle zwischen einsatzbereiten Produkten und Technologien und den Einsatzmöglichkeiten bei KMU und in Privathaushalten zu forschen und mit Good Practice Guides sowie direkt einsetzbaren Prototypanwendungen direkt verwertbare Ergebnisse zu erzielen.