Großer Erfolg für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Hochschule Merseburg: Bei der 26. Nachwuchswissenschaftler*innenkonferenz (NWK) in Schmalkalden wurden gleich zwei Doktoranden mit den Best Paper Awards ausgezeichnet. Mourice Wölbeling erhielt den ersten Platz, Felix Drewes wurde mit dem zweiten Platz geehrt.
Die Konferenz stand unter dem Motto „Verstehen – Erklären – Gestalten“ und brachte rund 125 Nachwuchswissenschaftler aus 30 Einrichtungen und acht Bundesländern zusammen. Sie bietet insbesondere Forschenden in frühen Karrierephasen eine wichtige Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung.
Nachhaltige Prozesse für die Industrie von morgen
Der Erstplatzierte Mourice Wölbeling beschäftigt sich in seiner Forschung mit der nachhaltigen Nutzung von Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie. Ziel ist es, bislang ungenutzte Potenziale in industriellen Reststoffen zu erschließen und gleichzeitig nachhaltigere Alternativen zu bestehenden Produktionsverfahren zu entwickeln.
Damit adressiert die Arbeit gleich mehrere Herausforderungen: Zum einen können regionale Stoffströme effizienter genutzt werden, zum anderen lassen sich nachhaltigere Alternativen zu bestehenden, häufig importbasierten Produktionsverfahren entwickeln, deren aktuelle Gewinnung nicht nachhaltig ist (beispielsweise tropische Öle).
Erste Ergebnisse zeigen, wie sich Produktionsprozesse durch gezielte Additive optimieren lassen – ein wichtiger Schritt hin zu wirtschaftlich tragfähigen Verfahren. Perspektivisch könnten so beispielsweise Zuckerrübenschnitzel oder Rückstände aus der Bioethanolproduktion sinnvoll weiterverwertet werden.
Klimafreundliche Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
Felix Drewes, der mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde, widmet sich der Untersuchung von Bauplatten aus Industriehanf. Im Fokus stehen Materialeigenschaften, Verarbeitungsketten und die Nutzung des Rohstoffs im regionalen Kontext des Mitteldeutschen Reviers.
Vor dem Hintergrund hoher CO₂-Emissionen im Bau- und Gebäudesektor bieten nachwachsende Rohstoffe wie Hanf großes Potenzial: Sie binden Kohlenstoff, ermöglichen nachhaltige Bauweisen und können regional angebaut werden. Die Forschung zeigt damit konkrete Perspektiven für eine klimafreundlichere Bauwirtschaft sowie neue Wertschöpfungsmöglichkeiten in strukturschwächeren Regionen auf.
Auszeichnung für anwendungsorientierte Forschung
Die prämierten Arbeiten verdeutlichen die anwendungsorientierte Ausrichtung der Forschung an der Hochschule Merseburg. Beide Projekte greifen aktuelle Herausforderungen aus Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft auf und entwickeln praxisnahe Lösungsansätze – von nachhaltigen Produktionsprozessen bis hin zu innovativen Baustoffen.
Die Auszeichnungen bei der NWK unterstreichen die Qualität der Nachwuchsforschung und die Bedeutung der Hochschule Merseburg als Impulsgeberin für zukunftsrelevante Themen.
