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"Frauen gestalten Wissenschaft" - Virtuelle Ausstellung schafft Sichtbarkeit

01.07.2026

Virtuelle Ausstellung “Frauen gestalten Wissenschaft”

Wissenschaftlerinnen sind wichtige Vorbilder: sie inspirieren, eröffnen Perspektiven und tragen dazu bei, stereotype Rollenbilder aufzubrechen. Die Ausstellung "Frauen gestalten Wissenschaft" setzt ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen, insbesondere in Sachsen-Anhalt, und für eine vielfältige, chancengerechte Forschungslandschaft.


Im Mittelpunkt des digitalen Ausstellungsprojekts stehen Professorinnen von vier Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Sachsen-Anhalt. Fotos der Professorinnen, Einblicke in den Arbeitsalltag, Kurz-Vitas und prägnante Zitate zeigen die Vielfalt wissenschaftlicher Biografien. Von der Hochschule Merseburg sind vertreten: Prof. Dr. Beate Langer, Prof. Dr. Katja Rudolph, Prof. Dr. Christiane Dätsch und Prof. Dr. Anja Haertlein.
 

Mehr sichtbare Vorbilder

Wie viele Wissenschaftlerinnen fallen dir spontan ein? Meist sind es historische Figuren wie Marie Curie oder Ada Lovelace. Doch bei aktuellen Forscherinnen wird die Liste schnell kürzer. Frauen sind zwar in allen Disziplinen präsent, in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch häufig unsichtbar. Dieses Muster ist nicht neu. Schon früher wurden Leistungen von Frauen oft übersehen – ein Phänomen, das als Matilda-Effekt bezeichnet wird. Auch heute zeigt sich die sogenannte leaky pipeline: Frauen promovieren häufiger als früher, sind aber bei Professuren weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Sichtbare Wissenschaftlerinnen sind mehr als individuelle Erfolgsgeschichten – sie sind Vorbilder. Wenn Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen Forscherinnen in Interviews, Talkshows oder auf Social Media erleben, vermittelt das: Auch ich kann diesen Weg gehen. Sichtbarkeit schafft Orientierung, macht Mut und bricht stereotype Rollenbilder auf. Medien prägen entscheidend, wer als Expert*in gilt.

Sichtbarkeit entsteht aber nicht von selbst – sie braucht Strukturen: Mentoring-Programme geben Nachwuchswissenschaftlerinnen Orientierung und fördern ihre Karriere. Netzwerke schaffen Räume für Austausch, Unterstützung und gemeinsame Sichtbarkeit. Faire Repräsentation auf Konferenzen, Podien und in Gremien sorgt dafür, dass Frauen als Expertinnen wahrgenommen werden. Öffentliche Anerkennung durch Preise, Portraits oder mediale Berichterstattung stärkt die Wahrnehmung weiblicher Expertise.

Mehr Sichtbarkeit ist kein Nebenthema, sondern ein Schlüsselfaktor für Chancengleichheit und wissenschaftlichen Fortschritt. Sie macht Leistungen von Frauen erkennbar, schafft Vorbilder für die nächste Generation und erweitert die Perspektiven in Forschung und Gesellschaft. Oder, wie es heißt: „You can’t be what you can’t see.“

Hintergrund

Obwohl Frauen inzwischen mehr als die Hälfte der Studienabschlüsse und Promotionen erwerben, sind sie bei Professuren weiterhin unterrepräsentiert. Nur rund 30 % (2024) der Professuren in Deutschland sind mit Frauen besetzt – an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) liegt der Anteil häufig noch niedriger. Die Gründe dafür sind vielschichtig und vor allem strukturell verankert:

  • eingeschränkter Zugang zu Netzwerken, Mentoring oder gezielter Förderung
  • geringe Transparenz in Berufungsverfahren
  • fehlende Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Sorgearbeit – gerade in der Qualifikationsphase
  • wenig bekannte Karrierewege, insbesondere an HAW, wo mehrjährige Berufserfahrung außerhalb der Hochschule Voraussetzung ist
  • und nicht zuletzt: zu wenige sichtbare, authentische Rollenvorbilder, die Mut machen und Orientierung bieten


Hier geht es zu der digitalen Ausstellung: www.frauen-gestalten-wissenschaft.de

 

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