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Rückblick: Interview: Sexuelle Bildung im Kontext sozialer Arbeit.

06.05.2026

Im Interview mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Hochschule Merseburg) beleuchteten Dorothea Gebhardt (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für soziale Arbeit e.V. Münster) und Prof. Dr. Felix Manuel Nuss (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen) grundlegende und aktuelle Aspekte der Sexuellen Bildung.

Ausgehend vom wissenschaftlichen Werdegang von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß wurde deutlich, wie eng die Entwicklung sexualwissenschaftlicher Forschung mit gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen verbunden ist. Insbesondere zeigte sich, dass sich erst durch gesellschaftliche Öffnungsprozesse neue Möglichkeiten eröffneten, Sexualität, geschlechtliche Identität und Vielfalt differenziert zu erforschen und wissenschaftlich zu reflektieren.

Darüber hinaus thematisierte das Gespräch die aktuelle politische Situation sowie die Herausforderungen, die mit dem Erhalt und der Weiterentwicklung von Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden sind. Nach jahrzehntelangen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen befinden wir uns heute in einer Phase, in der individuelle Selbstbestimmung stärker anerkannt wird als zuvor. Diese Errungenschaften sind jedoch nicht selbstverständlich, sondern bedürfen einer kontinuierlichen Verteidigung durch gesellschaftlichen Dialog, demokratische Diskursfähigkeit und eine reflektierte Bildungsarbeit.

Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen wurde insbesondere die Relevanz interdisziplinärer Projekte hervorgehoben, die Demokratie, Vielfalt und Selbstbestimmung nachhaltig stärken. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sexuelle Bildung insbesondere in den Bereichen Medizin, Pflege sowie Lehrer*innenbildung weiterhin ausbaufähig ist und dort künftig stärker institutionell verankert werden sollte.

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