Zurück an der Hochschule – diesmal auf der anderen Seite des Messestands
Im Interview berichtet Victoria K., Alumna des Bachelorstudiengangs Chemie- und Umwelttechnik und heute Gewerbeoberinspektorin im Vorbereitungsdienst im Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt über Ihren Weg in den Beruf.
1. Im vergangenen Jahr haben Sie die KarriereMesse als Studentin besucht. Mit welchem Anliegen sind Sie damals gekommen und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Tatsächlich hatte ich zum Zeitpunkt der KarriereMesse im vergangenen Jahr bereits die Zusage für meine heutige Stelle als Gewerbeoberinspektor-Anwärterin erhalten. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um meine zukünftigen Kollegen kennenzulernen und erste Kontakte innerhalb der Behörde zu knüpfen.
Zudem habe ich mich gemeinsam mit einem Kommilitonen aus Neugier umgesehen, um einen Eindruck vom aktuellen Arbeitsmarkt in unserem Fachbereich zu bekommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wertvoll die KarriereMesse ist, um Kontakte für Praktika, Abschlussarbeiten oder den späteren Berufseinstieg zu knüpfen. Auch ich habe diese Möglichkeiten in den Jahren zuvor immer gerne genutzt und konnte dabei jedes Mal viel nützliches Infomaterial sammeln.
2. Gab es Gespräche oder Kontakte auf der KarriereMesse, die Ihren beruflichen Weg beeinflusst oder sogar den Einstieg in Ihre heutige Position erleichtert haben?
Da meine Zusage für den Einstieg in den Dienst bei der Behörde vor der Messe bereits feststand, war die Veranstaltung nicht direkt ausschlaggebend für meinen Berufsweg. Dennoch war der Austausch vor Ort sehr bereichernd. Die Gespräche haben mir gezeigt, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten für Studierende und Absolventen sind, wie unterschiedlich Karrierewege verlaufen können und wie viele spannende Türen sich nach dem Studienabschluss öffnen.
3. In diesem Jahr waren Sie selbst als Arbeitgeberin auf der KarriereMesse vertreten. Wie hat es sich angefühlt, die Veranstaltung nun aus dieser Perspektive zu erleben?
Es war ein wirklich besonderes Gefühl, an meine ehemalige Hochschule zurückzukehren und die Messe aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Vor einem Jahr stand ich noch als Studentin vor den Messeständen, in diesem Jahr durfte ich selbst unsere Behörde vertreten, Fragen beantworten und von unserer Tätigkeit im Arbeitsschutz erzählen.
Dass ich nur ein Jahr später auf der anderen Seite des Messestands stehen würde, hätte ich damals nicht erwartet. Umso mehr habe ich mich über diese Gelegenheit gefreut. Ich bin meinem Kollegen sehr dankbar, dass er mir dieses Erlebnis ermöglicht und mich in das Messeteam aufgenommen hat.
4.Welche Fragen beschäftigen Studierende am häufigsten und welchen Rat würden Sie ihnen für den Berufseinstieg mit auf den Weg geben?
Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber mich persönlich hat während des Studiums der Chemie- und Umwelttechnik vor allem die Frage bewegt, wohin die Reise danach konkret gehen soll. Das Studium eröffnet enorm viele, unterschiedliche Perspektiven, was Fluch und Segen zugleich ist, da es die Entscheidung nicht unbedingt leichter macht.
Mein wichtigster Rat ist daher: Haltet die Augen offen und ergreift auch Chancen, die ihr vielleicht im ersten Moment gar nicht auf dem Schirm habt. Auf meine heutige Stelle bin ich beispielsweise über die Hochschule aufmerksam geworden, als ich gar nicht aktiv gesucht habe. Ich wollte eigentlich nur in der Mensa essen und habe aus Neugier einen Blick auf die Pinnwand geworfen.
Außerdem sollte man insbesondere das Pflichtpraktikum im Bachelorstudium nutzen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Ich selbst war dadurch eineinhalb Jahre als Werkstudentin in der Kunststoffindustrie tätig. Diese Zeit hat mir neue Perspektiven eröffnet und hilft mir noch heute bei meiner Tätigkeit im Arbeitsschutz. Praxiserfahrung wird von vielen Arbeitgebern geschätzt und kann häufig ein wichtiger Türöffner für den Berufseinstieg sein.
5. Wenn Sie Ihre Entwicklung von der Messebesucherin zur Arbeitgebervertreterin in einem Satz beschreiben müssten – wie würde dieser lauten?
Mein Weg vom Messebesuch als Studentin zur Behördenvertreterin auf derselben Messe innerhalb nur eines Jahres zeigt, wie schnell sich Türen öffnen können, wenn man Chancen ergreift, und genau diese Erfahrung gebe ich heute gerne an Studierende weiter.
Victoria K. und Kolleg:innen (Foto: Vincent Grätsch)
Impressionen 2026
25. KarriereMesse an der Hochschule Merseburg: Austausch mit Perspektive
Die KarriereMesse an der Hochschule Merseburg hat am 4. Juni erneut zahlreiche Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Interessierte mit Unternehmen, Institutionen und Verbänden zusammengebracht. Im direkten Austausch informierten sich die Besucherinnen und Besucher über Praktika, Abschlussarbeiten und Jobangebote und knüpften wertvolle Kontakte für ihren weiteren Berufsweg.
Mehr als 60 Ausstellende nutzten die Gelegenheit, sich als attraktive Arbeitgebende zu präsentieren und gezielt mit qualifizierten Nachwuchskräften ins Gespräch zu kommen.
Auch Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann verschaffte sich bei einem Rundgang einen persönlichen Eindruck von der Messe und der engen Verzahnung von Hochschule und Praxis.
„Die KarriereMesse zeigt eindrucksvoll, wie wichtig der persönliche Dialog zwischen Hochschule und Arbeitswelt ist. Hier entstehen Kontakte, die Perspektiven eröffnen – für unsere Studierenden ebenso wie für die Unternehmen“, betont Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, kommissarischer Rektor der Hochschule Merseburg.
„Die große Resonanz und die intensiven Gespräche zeigen, dass die KarriereMesse für alle Beteiligten einen echten Mehrwert bietet und zugleich die enge Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen sichtbar macht. Das zeigt sich auch daran, dass rund 30 Prozent der Unternehmensmitarbeitenden selbst hier studiert haben und die Studierenden beim Berufseinstieg beraten“, ergänzt Denise Hörnicke, Leiterin des KarriereService und Organisatorin der Veranstaltung.
Mehrwert für Unternehmen und Studierende
Auch aus Sicht der Ausstellenden war die Messe ein Gewinn: Sie konnten frühzeitig mit engagierten Fachkräften von morgen in Kontakt treten und ihre Angebote gezielt platzieren. Gleichzeitig erhielten die Studierenden praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und Anforderungen.
Damit hat sich die KarriereMesse einmal mehr als zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung etabliert. Sie bringt die Bedarfe von Wirtschaft, Institutionen und Hochschule zusammen und schafft konkrete Anknüpfungspunkte für den Berufseinstieg. So leistet sie einen wichtigen Beitrag, qualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten, Karrierewege im Kontext des Strukturwandels sichtbar zu machen und den Übergang vom Studium in den Beruf aktiv zu begleiten.
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Fotos: Vincent Grätsch und Swen Reichhold




















