Warum braucht es Wissenschaftsfreiheit
Warum ist für Sie ganz persönlich Wissenschaftsfreiheit wichtig?
Wissenschaftsfreiheit bedeutet für mich, dass wir an der Hochschule Merseburg alle Phänomene unserer Welt unvoreingenommen und methodisch korrekt erforschen können. Als Prorektorin ist es mir ein zentrales Anliegen, genau diese freien Räume für unsere Forschenden zu sichern. Als Betriebswirtschafterin ermöglicht mir diese Freiheit, relevante Fragen etwa zu Konsumentenverhalten und Datenschutz zu untersuchen und die Ergebnisse direkt in die Lehre und in den Dialog mit der regionalen Wirtschaft einfließen zu lassen.
Wo sehen Sie aktuell die größten Risiken für Wissenschaftsfreiheit?
Eine allgemeine Gefahr für die Wissenschaftsfreiheit entsteht dann, wenn gesellschaftliche Debatten sich nicht mehr an Fakten und logischen Argumenten orientieren. Die Freiheit ist konkret bedroht, wenn Forschende – vom Studierenden bis zur Professorin – Sorge vor Sanktionen oder sozialem Druck haben müssen, weil sie unbequeme Ergebnisse veröffentlichen. Echte Wissenschaft lebt vom offenen, sachlichen Diskurs und dem Vertrauen in wissenschaftliche Methoden. Erodiert dieses Fundament, verliert die Gesellschaft einen unverzichtbaren Kompass.
Wie setzen Sie sich in Ihrer Arbeit für ihren Erhalt ein?
Die Wahrung dieser Freiheit ist keine Aufgabe für eine Person allein, sondern die tägliche, gemeinsame Verantwortung der gesamten Hochschule. Zusammen mit den Fachbereichen und unseren Kommissionen möchte ich als Prorektorin die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Forschung in Merseburg schaffen. Wir unterstützen unsere Forschenden und Doktoranden ganz praktisch bei der Beantragung von Drittmittelprojekten und stärken die Durchführung von Forschung durch unsere Ethikkommission. Zudem fördern wir den direkten Austausch mit und unter Kolleginnen und Kollegen und der Öffentlichkeit, wie etwa bei unserer jährlichen „Nacht der Forschung“.
Warum ist die Freiheit der Wissenschaft für die Gesellschaft relevant?
Unabhängige Forschung ist der Motor für den medizinischen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt, der unser Leben heute so lebenswert macht. Eine Demokratie bleibt nur dann lebendig, krisenfest und zukunftsfähig, wenn sie auf verlässliche, ideologiefreie Expertise vertrauen kann. Dass die Menschen in Sachsen-Anhalt diesen Wert schätzen, sehen wir auch am enormen Zuspruch zu unseren öffentlichen Formaten. Angebote wie unser Senioren-Kolleg oder die Ringvorlesungen zeigen, wie groß das Interesse der Bevölkerung an authentischen wissenschaftlichen Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit ist.

Die Wahrung dieser Freiheit ist keine Aufgabe für eine Person allein, sondern die tägliche, gemeinsame Verantwortung der gesamten Hochschule. Zusammen mit den Fachbereichen und unseren Kommissionen möchte ich als Prorektorin die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Forschung in Merseburg schaffen. Wir unterstützen unsere Forschenden und Doktoranden ganz praktisch bei der Beantragung von Drittmittelprojekten und stärken die Durchführung von Forschung durch unsere Ethikkommission. Zudem fördern wir den direkten Austausch mit und unter Kolleginnen und Kollegen und der Öffentlichkeit, wie etwa bei unserer jährlichen „Nacht der Forschung“.Prof. Dr. Doreen Pick
Prorektorin für Forschung, Wissenstransfer und Existenzgründung
