In Haeckels ehemaligem Arbeitszimmer scheint die Zeit still zu stehen, als hätte der Zoologe seinen Arbeitsplatz gerade erst verlassen. Die originalgetreue Ausstattung des Zimmers zeugt von seiner wissenschaftlichen und künstlerischen Tätigkeit, vor allem aber von seiner Popularität. Viele Objekte stehen in Bezug zu seinen Forschungsreisen, zahlreiche andere hat er als Geschenk erhalten. Fünf der Objekte haben AMKW-Studierende und Mitarbeitende des Ernst-Haeckel-Hauses ausgewählt, um sie neu zu kontextualisieren. Dabei wurden multiperspektivische Stimmen zu Gehör gebracht, die oftmals unsichtbar bleiben.
Was erzählt etwa ein Ölgemälde über den kolonialen Kontext von Haeckels Reisen? Wie inszenierte er sich selbst und wer war noch an seiner Wissenschaft beteiligt, ohne in Erscheinung zu treten? Was verraten ein kunstvoll mit einer Qualle besticktes Kissen oder das Modell einer Reisscheune über die Geschlechterverhältnisse jener Zeit?
Zu sehen und zu hören ist die Ausstellung noch bis Sommer 2026 immer donnerstags von 14 bis 18 Uhr in der Berggasse 7 in Jena.
Projektteilnehmer*innen:
Kuration: Lea Zeiler, Anna-Amina Zeidan, Katharina van Elten, Maria Skiba, Skadi Pest, Franz Oeser, Franziska Hüls, Clara Helfrich, Annika Grenzow, Hendrik Graf, Finn Blug
Projektkoordination: Judith Taubert, Paula Götze
Dozentin:Prof. Dr. Daniela Döring
Großer Dank gilt dem Ernst-Haeckel-Haus, das dieses schöne Projekt ermöglicht hat und im Besonderen Bastienne Karg für die tolle Zusammenarbeit.

