Reviervorlesung in Merseburg: Diskussion über Energiewende und nachhaltige Mobilität
Wie gelingt der Wandel zu einer klimafreundlichen Zukunft im Mitteldeutschen Revier? Dieser Frage widmete sich am 14. Januar 2026 die Reviervorlesung „Das Revier debattiert“ in der Stadtbibliothek Merseburg. Die Veranstaltung ist Teil der Open Academy 2026 des Science Cube – dem Kompetenzzentrum für Wissenschaftskommunikation in Mitteldeutschland – und wurde in Zusammenarbeit mit der ZEIT Verlagsgruppe und der Hochschule Merseburg umgesetzt.
Wissenschaft trifft Dialog
Prof. Dr. Thomas Martin, Professor für Verfahrenstechnik an der Hochschule Merseburg, eröffnete die Veranstaltung mit einem fachlichen Impuls zur Energiewende im globalen Kontext. Er machte deutlich, dass der globale Anstieg der CO₂-Emissionen seit der Industrialisierung weiterhin eine große Herausforderung bleibt – auch wenn Reduktionsbemühungen in Europa messbar sind. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung regionaler Projekte, etwa die starke Präsenz von Solarenergie in Sachsen-Anhalt.
Im zweiten Fachimpuls stellte Greta Jäckel, Klimaschutzmanagerin der Hochschule Merseburg, einen Themenschwerpunkt des Klimaschutzkonzeptes der Hochschule vor und erläuterte Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität. Ein zentrales Thema war der Modal Split – also die Aufteilung der Verkehrsmittel, mit denen Hochschulangehörige unterwegs sind. Die Veranstaltungs-Teilnehmenden gaben selbst an, wie sie angereist waren; die Ergebnisse spiegelten weitgehend die Ergebnisse der Hochschul-Mobilitätsumfrage wider: Das Alltagsleben ist in der Region weiterhin stark vom Auto geprägt. Jäckel betonte dabei die Bedeutung verlässlicher und attraktiver nachhaltiger Mobilitätsangebote: „Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er oder sie zur Hochschule kommen soll, dennoch muss es verläßliche nachhaltige Optionen im ÖPNV für alle geben.“
Interaktiver Austausch im Fokus
Im Anschluss folgte der interaktive Teil der Reviervorlesung. Mit Hilfe einer Matching-Software wurden die Teilnehmenden gezielt mit Personen in den Dialog gebracht, die unterschiedliche Sichtweisen zur Energiewende hatten. Ziel dieses Formats war nicht, andere zu überzeugen, sondern in einem respektvollen Rahmen verschiedene Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen. Die Diskussionen wurden belebt durch Fragen wie: Sollen Innenstädte autofrei werden? oder Kann Klimaschutz sozial gerecht organisiert werden?
Beitrag zum Strukturwandel
Die Reviervorlesung versteht sich als Beitrag zu einem offenen Dialog über den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. Regionale Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Meinungen wurden in den Austausch eingebracht, um gemeinsam nach Lösungen für die Zukunft zu suchen. Aktivitäten wie die Revierdebattenbox, ein interaktives Diskussionsspiel, ermöglichten einen spielerischen Zugang zu komplexen Themen.
Die Reihe „Das Revier debattiert“ setzt sich auch in weiteren Veranstaltungen fort und macht Station an Hochschulen und öffentlichen Orten in ganz Sachsen-Anhalt.
Text: Science2public
Fotos: Paul Fiedler, Science2public



