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Wissenstransfer - Erfahrungsaustausch - Diskussion

Online-Fachtag Geschlechtergerechte Pädagogik in universitären und schulischen Kontexten

Junge trans- und intergeschlechtliche sowie non-binäre Personen in KiTa und Schule

Die zunehmende Sichtbarkeit junger Menschen mit ihren Fragen, Bedürfnissen und Herausforderungen hat die Themen Transgeschlechtlichkeit, Intergeschlechtlichkeit und geschlechtliche Non-Binarität – im Folgenden kurz TIN – in den gesellschaftlichen Blickpunkt gerückt. Noch fehlen die entsprechenden Themen in Fort- und Weiterbildungen weitgehend und werden aktuell erst nach und nach die pädagogischen Grundlagen erarbeitet, sodass Fachkräfte nicht selten unsicher sind, wie sie junge Menschen in ihrer geschlechtlichen Selbstbestimmung fördern und unterstützen können.

Der Fachtag Geschlechtergerechte Pädagogik in universitären und schulischen Kontexten eröffnet praxisnah Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte aus den verschiedenen pädagogischen Kontexten – von KiTa, über Schule bis Soziale Arbeit. Dabei werden sowohl die theoretischen Grundlagen der Themenfelder binäre Transgeschlechtlichkeit, Intergeschlechtlichkeit und geschlechtliche Non-Binarität vorgestellt als auch pädagogische Umsetzungsmöglichkeiten erörtert und reflektiert. Die Diskussionen vom Fachtag gehen wiederum in die Stärkung der Curricula der verschiedenen pädagogischen Professionen ein.

Eingeladen sind sehr herzlich alle Fachkräfte im pädagogischen Kontext, Studierende und Auszubildende und explizit die Entscheidungsträger_innen in Universitäten, (Fach-)Hochschulen, Fachschulen, der Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sowie aus der Politik – den Bildungsministerien und der Kultusministerkonferenz.

Der Fachtag wird von der Hochschule Merseburg veranstaltet und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

Programm*:

13:30 Uhr Go-together

13:45 Uhr Erklärung technischer Details

14:00 Uhr Begrüßung durch die Bundesfamilienministerin (angefragt)

14:10 Uhr Vorstellung der Ergebnisse der CuFoTi-Studie, Fokus: Verankerung der Themen Trans- und Intergeschlechtlichkeit in den Bildungslehrplänen und Curricula von Ausbildungs- und Studiengängen ausgewählter pädagogischer Berufe (Heinz-Jürgen Voß, Hochschule Merseburg)

14:20 Uhr Zur Differenzierung zwischen Trans- und Intergeschlechtlichkeit sowie Non-Binarität (Erik Schneider, Trans-Kinder-Netz e.V.)

14:30 Uhr Intergeschlechtlichkeit/Variationen der Geschlechtsmerkmale: Biologische Grundlagen, Lebenswirklichkeiten, Bedürfnisse (Ursula Rosen, Intergeschlechtliche Menschen e.V.)

14:55 Uhr Binäre Transgeschlechtlichkeit und geschlechtlicher Non-Binarität: Psychosoziale Grundlagen und Realitäten, Bedürfnisse (Josephin Maltzahn, Trans-Kinder-Netz e.V.)

15:20 Uhr Fragemöglichkeit

15:30 Uhr Pause

16:00 Uhr  Workshop-Phase: parallele praxisnah ausgerichtete Workshops >> Eine Übersicht und Informationen zu den Workshops finden Sie unten.

17:10 Uhr Vorstellung der Ergebnissicherung aus allen Workshops in digitalen Pads

17:30 Uhr Markt der Möglichkeiten und informeller Austausch

*Änderungen/Ergänzungen vorbehalten

 

ZIELGRUPPE: Fachkräfte im pädagogischen Kontext; Studierende und Auszubildende; Entscheidungsträger_innen in Universitäten, (Fach-)Hochschulen, Fachschulen, der Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sowie aus der Politik – den Bildungsministerien und der Kultusministerkonferenz

TERMIN: 08.11.2021, 14:00-19:00 Uhr

ORT: Digital (Zoom) - Zugangsdaten werden nach der Anmeldung bekannt gegeben.

ENTGELT: Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos.

 

ANMELDUNG

Bitte melden Sie sich per E-Mail an: weiterbildung@hs-merseburg.de oder nutzen Sie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung (siehe Link zum Kontaktformular auf der rechten Seite)

Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren vollständigen Namen, Institution/Funktion und die Nummer des Workshops an, an dem Sie teilnehmen möchten. Geben Sie zu den folgenden Workshops bitte Ihren Erst- und Zweitwunsch an.

Informieren Sie uns bitte auch, ob Sie sich am "Markt der Möglichkeiten" beteiligen möchten.

Workshops

Einführung in pädagogische Prozesse zur geschlechtlichen Selbstbestimmung für Pädagog_innen in Kindertageseinrichtungen und für die Arbeit mit Kindern und mit dem Team. Anhand von Aussagen von Kindern und der Dynamik der Bilderbuchbetrachtung zeichnen wir das Verstehen der geschlechtlichen Selbstbestimmung mit Ihnen nach.

Workshopleitung:

Jonathan Franke, studierte im Bachelor Pädagogik der Kindheit und schloss ein Masterstudium der „Kindheitswissenschaften und Kinderrechte“ an. Seit 2020 arbeitet er als Bildungsreferent* für Geschlechtervielfalt in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, in Grundschulen und Horten im Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.

Dr. Claudia Maier-Höfer ist berufen als Professorin für Kindheitswissenschaften an der Evangelischen Hochschule in Darmstadt. Der Schwerpunkt von Forschung- und Lehre sind kinderrechtlich orientiertes Denken und Handeln in pädagogischen Feldern für junge Menschen von 0-14 Jahren. In Fortbildungen zum Verstehen der geschlechtlichen Selbstbestimmung wird dieser Diskurs mit den Menschen in den Feldern weitergeführt. Weitere methodologische Schwerpunkte bzw. aufgenommen Diskursfäden von Claudia Maier-Höfer sind Poststrukturalismus, critical antisemitism studies, De-Coloniality-Movement und new materialism als konzeptuelle Bezugspunkte für die Diskussion von Theorie und Praxis zu aktuellen Fragestellungen des Aufwachsens junger Menschen und deren Begleitung.

Ist die Trennung in Geschlechter in Bezug auf die sportliche Leistung im Unterricht gerecht? Wie kann eine individuelle Leistungsbeurteilung erreicht werden? Was kann für alle Geschlechter gelten? Ist die Gruppenbildung nach Geschlecht im Sportunterricht zu vermeiden, wenn T*I*N Schüler*innen anwesend sind? Werden diese immer erkannt? Wie können Schüler*innen im Umkleidebereich Schutz gewährt und Absonderung vermieden werden?

Workshopleitung:

Anjo Kumst ist Zolldeklarant*in, Inter* und divers, seit 2003 Mitglied der Selbsthilfe für Interpersonen, seit 2004 aktiv bei Intergeschlechtliche Menschen e.V., Aktivist*in für die Akzeptanz intergeschlechtlicher Menschen und diverser Geschlechtsidentitäten.

In einer ersten Phase wollen wir uns über unsere Erfahrungen mit unterschiedlicher Sichtbarkeit von intergeschlechtlichen und transidenten Kindern in der Grundschule austauschen. Danach werden wir gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, wie bereits in der Grundschule dem Thema „geschlechtliche Vielfalt“ Raum gegeben werden kann. Dabei soll die Sensibilisierung durch Akzeptanz im Vordergrund stehen. Natürlich werden wir auch für diese Altersstufe geeignetes Material vorstellen.

Workshopleitung:  

Ulla Klems ist seit 20 Jahren als Grundschullehrerin (Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Religion, Sport) tätig.

Ingeborg Rosen ist seit 35 Jahren als Förderschullehrerin (Schwerpunkte: Lernen, Sprache) in der Integration und Inklusion tätig.

***Dieser Workshop ist bereits voll belegt!***

Dieser Workshop wendet sich an Menschen, die in weiterführenden Schulen arbeiten, als Hausmeister_in oder Fachkraft im Sekretariat, als Schulleitung oder in einer beratenden Funktion und nicht zuletzt im Unterricht. Er beleuchtet die Bedarfe der intergeschlechtlichen Kinder/Jugendlichen und ihrer Familien und sucht nach Antworten auf die Frage, wie Schule diesen Bedarfen gerecht werden kann: im Schulgebäude, im Schulprofil, in Briefen und Klassenlisten, bei Abschlussfeiern, im Fachunterricht und im außerunterrichtlichen Bereich wie z.B. Projekttagen oder AGs.

Workshopleitung:

Ursula Rosen (Intergeschlechtliche Menschen e.V./Eltern) ist Zweite Vorsitzende und Bildungsbeauftragte von Intergeschlechtliche Menschen e.V., freiberufliche Referentin für geschlechtliche Vielfalt und Autorin von pädagogischer Literatur zum Thema Vielfalt. Als Gymnasiallehrerin i. R., als Mutter und als ausgebildete Peerberaterin für Eltern intergeschlechtlicher Kinder hat sie vielfältige Erfahrungen mit der Thematik Intergeschlechtlichkeit.

Charlotte Wunn engagiert sich bei Intergeschlechtliche Menschen e.V. dafür, dass intergeschlechtliche Menschen in Deutschland soziale und rechtliche Anerkennung erfahren. Charlotte gibt Workshops zu verschiedenen Themen und arbeitet in einer Beratungsstelle.

In dem Workshop geht es um Eltern intergeschlechtlicher Kinder. Wir schauen an einigen konkreten Beispielen: Was haben sie für Erwartungen, Ängste und Bedürfnisse? Wie sieht eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern von inter* Kindern und Pädagogen aus und was können beide Seiten dafür tun?   

Workshopleitung:

Frauke Arndt-Kunimoto ist von Beruf Dolmetscherin und Übersetzerin, Mutter von drei Kindern, davon eins intergeschlechtlich. Zweite Vorsitzende des Vereins Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachsen e.V.

In einer ersten Phase widmen wir uns Problemen, Herausforderungen und Ängste für die Lernenden, ihre Eltern, aber auch für pädagogische Fachkräfte, die ihre Schützlinge idealerweise optimal begleiten möchten. Im Anschluss geht es um Lösungsvorschläge und Erfahrungen, die von den Teilnehmenden als hilfreich erlebt wurden. Es können in der Gruppe auch eigene Lösungsansätze erarbeitet werden. Wie vielfältige Geschlechtlichkeiten grundsätzlich Teil des Unterrichts werden können, wird anhand konkreter Materialien besprochen.

Workshopleitung:  

Josephin Maltzahn ist Erzieherin und Mutter einer inzwischen 14-jährigen Tochter Nori, die sie zunächst für einen Jungen gehalten hat. Diesen Irrtum hat Nori bereits in den ersten drei Lebensjahren aufgeklärt. Um Austausch mit anderen Eltern zu erhalten und zu fördern, hat Josephin Maltzahn mit anderen den Verein Trans-Kinder-Netz e.V. gegründet. Daher kennt sie unterschiedliche Perspektiven zur Situation von trans Kindern und ihren Familien wie auch die Situation pädagogischer Fachkräfte.

Juliette Wedl ist Projektleitung der Koordinierungsstelle Gender und Diversity Studies (Braunschweig), Dozentin Lehrkräftefortbildung Vielfalt.Kompetent.Lehren., Genderexpertin, hat das Spiel "Identitätenlotto. Ein Spiel quer durchs Leben" entwickelt und die Publikationen „Schule lehrt/lernt Vielfalt“ in zwei Bänden sowie „Teaching Gender? Zum reflektierten Umgang mit Geschlecht im Schulunterricht und in der Lehramtsausbildung“ herausgegeben.

***Dieser Workshop ist bereits voll belegt!***

Anstatt sich auf den Lernstoff konzentrieren zu können, werden viele TN Schüler_innen häufig mit „deadnaming“ und „misgendering“ konfrontiert. Gemeinsam werden wir uns innerhalb des interaktiven Workshops diese und andere Formen der Diskriminierung annehmen, um praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten zum Schutze aller TN Schüler_innen zu erarbeiten. Die Teilnehmenden erwartet ein spannender, Bundesländer übergreifender Austausch, der hoffentlich zeitnahe Veränderungen an weiterführenden Schulen mit sich bringt.

Workshopleitung:

Bettina Kempf ist promovierte Diplom-Biologin, seit dem Schuljahr 2013/14 als Lehrerin für Biologie und Naturwissenschaften tätig - aktuell an einer großen Gesamtschule in Hessen. Seit 2017 engagiert sie sich bei der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti e. V.) und ist dort unter anderem in der Peer-Beratung und bei der Durchführung von Fortbildungen und Schulungen aktiv.

Valérie Rassel ist Lehrkraft an Lehrkraft Luxemburgs einziger Erzieher_innen-Schule LTPES, lehrt Pädagogik und engagiert sich seit 2010 als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Intersex- und Transgender Luxembourg a.s.b.l (ITGL) und verfasste ihre Diplomarbeit im Rahmen ihres Abschlusses an der Universität Trier mit dem Schwerpunkt der geschlechtlichen Identität von in Luxemburg lebenden Menschen. 2020 organisierte sie in Zusammenarbeit mit ITGL eine einwöchige Themenwoche für die Abschlussklassen über die Rechte und den Schutz von inter’Menschen.

In dem Workshop trans und Eltern werden wir uns nach einem kurzen Input über die Arbeit und die Erfahrungen des Trans-Kinder-Netzes e.V. gemeinsam den Fragen nähern, was Eltern eines trans*Kindes benötigen und wie wir sie als Fachkräfte mit ins Boot bekommen, wenn sie das nicht sind. Denn sie sind neben den Peers, dem medizinischen Personal und den Lehrer_innen die Wichtigsten Begleiter_innen und stellen einer der größten Gelingensfaktoren für Coming-out/Transitionsprozess bzw. den persönlichen Weg der Kinder- und Jugendlichen dar. Aber auch sie brauchen ihre Zeit und Begleitung, um den Prozeß ihrer Kinder anzunehmen und zu begrüßen.

Workshopleitung:

Katrin Reiner ist Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin im Bereich der Kinder und Jugendhilfen sowie Gastdozentin an der Medical School of Berlin für Soziale Arbeit. Seit ihr Kind vor vier Jahren ein Coming-out als trans gemacht hat, ist sie Mitglied im Trans Kinder Netz e.V. und seit Oktober 2020 Mitglied im Vorstand tätig.

***Dieser Workshop ist bereits voll belegt!***

Im Workshop werden wir nach Möglichkeiten suchen, die geschlechtliche Realität non-binärer Kinder und Jugendlicher mit schulischen Realitäten zusammenzubringen. Dabei gehen wir vom Fallbeispiel hin zu konkreten Fragestellungen wie etwa der Bewertung im Sportunterricht oder dem Umgang mit Neopronomen im Klassenzimmer. Zudem bekommen Sie einen kurzen Überblick über jene Begriffe, mit denen Ihre Jugendlichen Sie schon morgen konfrontieren werden.

Workshopleitung:

Tija Uhlig hat Rechtswissenschaften, Sprechwissenschaften und Gender Studies – Intersectionality and Change studiert und forscht und veröffentlicht insbesondere in den Transgender Studies. Tija arbeitet als Bildungs- und Beratungsreferent*in für Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V., spielt und unterrichtet Theater und Improvisation und veröffentlicht unter anderem Namen auch eigene Rapmusik über das Leben als nicht-binäre Person im Osten nach dem Mauerfall. Außerdem ist Tija eine_r von vier Köpfen und zwei Stimmen hinter dem Podcast und der Radiosendung „theirstory – their arts: ein transinterenbytastischer Podcast“.

TIN-Kinder und ihre Eltern können in Kindergarten und Schule auf Vorurteile, Unverständnis und Ressentiments stoßen. Wenn sie mit der Unterstützung von Erzieher_innen, Lehrer_innen und Direktion rechnen können, kann dies sowohl für das Kind als auch für die Eltern eine enorme Entlastung bedeuten. Im Workshop wollen wir von unseren Erfahrungen berichten und Hinweise und Anregungen dafür geben, wie gemeinsam eine gute Basis für die Schulzeit sowohl des TIN-Kindes als auch der Mitschüler_innen gelegt werden kann, so dass alle bereichert und gestärkt aus der Schulzeit hervorgehen

Workshopleitung:

Andrea Denkinger ist Mutter eines inzwischen 17-jährigen intergeschlechtlichen Kindes. Sie leben in den Niederlanden, haben von Anfang an ErzieherInnen, LehrerInnen und Schuldirektion über die Intergeschlechtlichkeit des Kindes informiert und sind gemeinsam mögliche Konfliktsituationen angegangen. Was geholfen hat und wo "problematische" Situationen auftauchten, darüber wird Andrea Denkinger berichten und Hinweise und Denkanstöße geben.

Sheila Hoffmann ist verheiratet und Mutter von 2 Kindern, eines davon ist transgeschlechtlich. Beruflich ist sie als HR bei einer kleinen Firma im Norden Luxemburgs tätig. Zudem ist sie in der Elterngruppe vom Intersex & Trangender Luxembourg a.s.b.l. organisiert.

Anmeldung und Kontakt

Kontaktperson
Anja Bergner
Projektmitarbeiterin
Raum: Ga/0/06
Telefon: +49 3461 46-2700
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