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Hochschule Merseburg: Ausgezeichnete Masterarbeit bringt Hightech-Sportgerät zu den Paralympics 2026

Eine Person sitzt am Schreibtisch vor seinem Monitor
Tom Greiner freut sich über die besondere Ehre
Sitzschlitten
Der von Tom Greiner konstruierte Sitzschlitten für Anja Wicker

Der „Deutschlandpreis“ zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen im anwendungsorientierten Maschinenbau. Er wird von über 80 Fakultäten und Fachbereichen deutscher Hochschulen für angewandte Wissenschaften getragen.

 

26.11.2025

Tom Greiner erhält renommierte Auszeichnung für anwendungsorientierte Spitzenleistung
 

Tom Greiner, Absolvent des Studiengangs Maschinenbau und inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Merseburg, wurde für seine herausragende Masterarbeit mit der Auszeichnung des Fachbereichstags Maschinenbau e.V. geehrt.

Er entwarf einen topologieoptimierten Sitzschlitten in Faserverbundbauweise für den paralympischen Spitzensport. Das Hightech-Sportgerät wird die international erfolgreiche Para Ski nordisch Athletin Anja Wicker bei den Paralympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo nutzen. Damit kommt ein von einem Merseburger Studenten konstruiertes Hightech-Sportgerät auf die größte paralympische Bühne der Welt.
 

Innovative Technik für den Spitzensport

Tom Greiner entwickelte den Sitzschlitten von Grund auf neu. Er ist leichter, stabiler und ergonomischer als das Vorgängermodell. So vereint der Schlitten minimales Gewicht mit maximaler Stabilität und ist exakt auf die Anforderungen der Athletin abgestimmt.

Die Leistung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) am Standort Berlin. Greiner nutzte numerische Optimierungsverfahren und moderne Fertigungstechnologie. Der Schlitten wurde im Prepreg-Autoklav-Verfahren aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt – einem Verfahren, bei dem vorimprägnierte Carbonfasern unter hohem Druck und hoher Temperatur zu hochfesten, leichten Bauteilen verarbeitet werden.
 

Ein Beispiel für angewandte Forschung mit Wirkung

„Tom Greiners Arbeit verbindet anspruchsvolle numerische Methoden, innovative Leichtbautechnologie und die Entwicklung eines Hightech-Sportgerätes. Moderne Technologien leisten hier auch einen gesellschaftlichen Beitrag für Diversität, Barrierefreiheit und soziale Verantwortung“, betont Prof. Dr. Stefan Schwan, hochschulseitiger Betreuer der Arbeit.

Mit Freude blickt Tom Greiner auf seine Masterarbeit zurück:
„Meine Masterarbeit verbindet meine größten Leidenschaften: Sport und technische Innovationen. Mit numerischer Optimierung kann ich Sportgeräte heute leichter, steifer und damit leistungsfähiger gestalten. Wird diese Technologie individuell auf eine Athletin abgestimmt, entsteht ein Vorteil, der im Rennen den entscheidenden Unterschied machen kann.“

Seine Arbeit zeigt beispielhaft, wofür die Hochschule Merseburg steht: Studierende arbeiten an realen Projekten mit messbarem Nutzen. Sie entwickeln nicht nur Konzepte, sondern fertige Produkte, die direkt im Einsatz überzeugen. Der Sitzschlitten für Anja Wicker beweist, dass praxisnahe Forschung zu Spitzenleistungen führen kann – vom Labor direkt auf die internationale Wettkampfstrecke. Aktuell forscht Tom Greiner an einem neuartigen Konstruktionsansatz, der darauf abzielt, beschädigte Bauteile per 3D-Scan digital zu erfassen, zu rekonstruieren, zu simulieren und anschließend mittels additiver Fertigung als funktionsfähige Ersatzteile herzustellen. Ziel ist es, Komponenten künftig auch ohne vorhandene Konstruktionsdaten schnell und unabhängig von Lieferketten produzieren zu können – besonders dann, wenn Ersatzteile nicht verfügbar sind oder der ursprüngliche Hersteller nicht mehr existiert.

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