Zum Abschluss des Verbundprojekts „AI Engineering – Künstliche Intelligenz in den Ingenieurwissenschaften“ blicken die beteiligten Hochschulen auf vier erfolgreiche Jahre intensiver Zusammenarbeit zurück. Aus Sicht der Hochschule Merseburg markiert das Projekt einen wichtigen Meilenstein für innovative Lehre, hochschulübergreifende Kooperation und die Ausbildung dringend benötigter KI-Fachkräfte.
Erfolgreiche Zusammenarbeit für einen deutschlandweit einzigartigen Studiengang
Seit 2021 wurde der Bachelorstudiengang AI Engineering im Rahmen des gleichnamigen vom Bund geförderten Verbundprojekts aufgebaut. Unter der Koordination der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiteten die Hochschule Anhalt, die Hochschule Harz, die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Hochschule Merseburg eng zusammen, um ein in Deutschland bislang einmaliges Studienangebot zu entwickeln.
Der Studiengang verbindet systematisch Methoden der Ingenieurwissenschaften mit modernen Verfahren der Künstlichen Intelligenz und reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften an der Schnittstelle von Technologie und Industrie. Mit Beginn des Wintersemesters 2023/2024 wurde das Programm erfolgreich in den Regelbetrieb überführt – mit steigenden Immatrikulationszahlen: Im derzeitigen Wintersemester 2025/2026 haben sich 31 Studierende eingeschrieben.
Herzstück des Studiengangs stellt das sogenannte Kooperative Integrative Synergetische Studienmodell (KISS) dar. Es ermöglicht eine hochschulübergreifende Struktur mit gemeinsamer Studien- und Prüfungsordnung, vernetzten Lehrangeboten und abgestimmten Studienabläufen. Damit entstand ein Kooperationsmodell, das bundesweit als Best-Practice-Beispiel für gemeinsame Studienangebote gilt.
Spezialisierung und Praxisnähe im Verbund
Das Studium ist bewusst hochschulübergreifend aufgebaut: Nach einem viersemestrigen Grundlagenstudium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vertiefen die Studierenden ihr Wissen an den Partnerhochschulen in unterschiedlichen Spezialisierungen – von Fertigung, Produktion und Logistik über Agrarwirtschaft und -technik, Mobile Systeme und Telematik bis zu Biomechanik und Smart Health Technologies sowie Green Engineering.
Die Hochschule Merseburg bringt ihre besondere Expertise mit der Vertiefungsrichtung Green Engineering in den Studiengang ein. Hier verbinden die Studierenden Methoden der Künstlichen Intelligenz mit Maschinen- und Anlagenbau sowie Umwelttechnik. Ziel ist es, nachhaltige industrielle Prozesse, energieeffiziente Systeme und umweltgerechte Produktionslösungen zu entwickeln. Das Lehrkonzept kombiniert digitale Lernformate, interaktive Lehrmethoden und praxisnahe Projektarbeit – häufig in Zusammenarbeit mit Unternehmenspartnern.
Auch die regionale Wirtschaft war von Beginn an eng eingebunden: Mehrere Unternehmen aus Sachsen-Anhalt beteiligten sich an der Entwicklung der Studieninhalte und unterstützten die praxisnahe Ausrichtung des Programms.
Abschlusstreffen in Magdeburg
Ein besonderer Höhepunkt zum Ende der Projektlaufzeit war das gemeinsame Abschlusstreffen am 14. November 2025 in Magdeburg. Vertreterinnen und Vertreter aller Partnerhochschulen kamen zusammen, um Ergebnisse zu präsentieren, Erfahrungen auszutauschen und die nächsten Schritte zu planen.
Im internen Teil der Veranstaltung arbeiteten die Projektpartner in verschiedenen Arbeitsgruppen an der langfristigen Verstetigung des Studiengangs. Diskutiert wurden unter anderem die Weiterentwicklung des Curriculums sowie der Ausbau von Industriepartnerschaften. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Abendessen, bei dem alle Projektbeteiligten zusammenkamen, um Erreichtes zu feiern und in den Dialog über die nächsten Schritte zu gehen.
Erfolgreicher Projektabschluss und Blick in die Zukunft
Mit dem Abschluss des Verbundprojekts endet zwar die vierjährige Aufbauphase, doch der Studiengang selbst steht erst am Anfang seiner Entwicklung. Die beteiligten Hochschulen bereiten derzeit die Akkreditierung für das Jahr 2026 vor und planen bereits weitere Ausbauschritte. Perspektivisch sind unter anderem ein berufsbegleitendes Studienformat, ein bilingualer Studiengang sowie internationale Mobilitätsangebote vorgesehen.
Für die Hochschule Merseburg zeigt das Projekt eindrucksvoll, welches Potenzial in enger Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Politik liegt. Gemeinsam ist es gelungen, ein innovatives Studienangebot zu etablieren, das Studierende optimal auf die Herausforderungen einer zunehmend KI-geprägten Industrie vorbereitet.
Der erfolgreiche Projektabschluss bestätigt damit nicht nur die Stärke des hochschulübergreifenden Ansatzes – er legt zugleich die Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung eines Studiengangs, der künftig eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von KI-Ingenieurinnen und -Ingenieuren in Deutschland spielen wird.
