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Fachtag „Gesprengte Systeme?“ | Jugendhilfe an ihren Grenzen

Fachtag „Gesprengte Systeme?“
Fachtag „Gesprengte Systeme?“
Jugendhilfe an ihren Grenzen

Am Freitag, den 13. November 2026, findet an der Hochschule Merseburg ein Fachtag zu komplexen und herausfordernden Hilfearrangements in der Kinder- und Jugendhilfe statt. Im Zentrum stehen Kinder und Jugendliche, deren Hilfeverläufe unterschiedliche Systeme berühren: stationäre Jugendhilfe, Inobhutnahme, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Justiz, Schule und weitere beteiligte Institutionen. Zur Anmeldung:  https://event.esalsa.de/gesprengte-systeme/

 

Infobox

Kurzinfo

Termin: Freitag, 13. November 2026
Zeit: 09:30 bis 17:30 Uhr
Ort: Hochschule Merseburg
Format: Fachtag mit Keynote, zwei Panels und Abschlussdiskussion
Zielgruppe: Fachkräfte aus öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Schule, Justiz, Fachberatung, Forschung, Lehre sowie interessierte Studierende.

Worum geht es?

Der Fachtag nimmt komplexe Hilfeverläufe in den Blick, bei denen Kinder, Jugendliche, Familien und Fachkräfte an die Grenzen bestehender Hilfesysteme geraten. Dabei geht es nicht nur um einzelne junge Menschen mit besonders herausfordernden Lebenslagen, sondern auch um institutionelle Zuständigkeiten, Kooperationsprobleme, Finanzierungsgrenzen, beschädigtes Vertrauen und fragmentierte Verantwortlichkeiten.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Jugendhilfe in komplexen Fallkonstellationen handlungsfähig bleiben kann, ohne Verantwortung zu verschieben.


Programm am 13.11.2026

  • 09:30 Uhr  Begrüßung durch Rayla Metzner und Erik Theuerkauf
  • 09:35Uhr  Begrüßung / Grußwort
  • 10:00 Uhr  Keynote: Prof. Dr. Mathias Schwabe
  • 11:15 Uhr  Panel I und Panel II
  • 12:00 Uhr  Pause
  • 13:00 Uhr  Panel I und Panel II
  • 14:00 Uhr  Panel I und Panel II
  • 14:50 Uhr  Pause
  • 15:10 Uhr  Panel I und Panel II
  • 16:10 Uhr  Panel I und Panel II
  • 17:05 Uhr  Abschluss: Was heißt geteilte Verantwortung?

Die beiden Vortragsreihen (Panels) verlaufen zeitlich parallel in zwei Hörsälen. Sie können  interessengeleitet frei zwischen den Vorträgen wählen. Die Inhalte der Vorträge sind anhand der Referierenden (siehe unten) mit einem Anklicken einsehbar. Die Hörsäle werden noch bekannt gegeben.

Keynote

Prof. Dr. Mathias Schwabe
Systemsprenger oder gesprengte Systeme? Jugendhilfe zwischen Grenzfall, Verantwortung und neuer Handlungsfähigkeit

Das erste Panel nimmt komplexe Hilfeverläufe aus wissenschaftlicher Perspektive in den Blick. Im Mittelpunkt steht eine doppelte Frage: Wie erleben junge Menschen, Familien und Fachkräfte die Grenzen der Jugendhilfe? Und welche Passungsprobleme, institutionellen Logiken und Planungsformen werden in diesen Verläufen sichtbar?

Abschluss

Was heißt geteilte Verantwortung? 

Zum Abschluss bündeln Rayla Metzner und Erik Theuerkauf die zentralen Linien des Fachtags unter der Frage, was geteilte Verantwortung in komplexen Fallkonstellationen konkret bedeuten kann.


Panels

Panel I

Workshops

Referentin: Corinna Butzin

Immer wieder geraten Kinder und Jugendliche mit hocheskalierenden Hilfeverläufen in den sogenannten Drehtüreffekt. Im Fokus des Vortrages steht, wie der Drehtüreffekt zustande kommt und was dieser bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen auslöst. Des Weiteren werden Lösungsansätze für diese Problematik aufgezeigt.

Raum: wird ergänzt

Referent: Wolfgang Schneider 
Wie kann es sein, dass Jugendliche freiwillig auf die Straße gehen, weil sie die Angebote des Hilfesystems als Zumutung empfinden? Anhand von Interviews mit jungen Menschen werden Perspektiven deutlich, warum die Jugendhilfe manchmal ihr eigener Systemsprenger ist und dazu beiträgt, dass Adressat*innen an ihr scheitern. Im weiteren Verlauf soll der Frage nachgegangen werden, wie es gelingen kann, mit diesen „Verlorenen“ wieder in Kontakt zu kommen und was diese sich wünschen, um der Jugendhilfe eine zweite Chance zu geben.

Raum: wird ergänzt

Referent: Prof. Dr. Jens Borchert

Im Jugendstrafvollzug sind junge Menschen von ihren Familien und anderen Bezugspersonen getrennt. Diese Distanz wirft vielfältige Fragen auf: Welche Herausforderungen entstehen daraus für die jungen Menschen und ihre Angehörigen? Und welche sozialarbeiterischen Unterstützungsformen können hier sinnvoll ansetzen? Anhand konkreter Projekte und aktueller Forschungsergebnisse wird diskutiert, wie familiale Beziehungen während der Haft gestärkt und wie Übergänge aus dem Vollzug heraus gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei Formen der begleitenden Vorbereitung auf die Zeit nach der Haft sowie Möglichkeiten des Anschlusses an unterstützende Strukturen, die bereits während des Vollzugs angebahnt werden können.

Raum: wird ergänzt

Referentin: Dr. Rayla Metzner

Der Vortrag beleuchtet Zusammenhänge zwischen komplexen Hilfebedarfen, Konsumstörungen und erschwerter Erreichbarkeit junger Menschen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie tragfähige Beziehungen entstehen können, wenn klassische Hilfeangebote an Grenzen geraten. Tiergestützte Ansätze werden dabei als ein möglicher Zugang diskutiert, um Kontakt, Emotionsregulation und Vertrauen jenseits kontrollierender Hilfeformen zu ermöglichen.

Raum: wird ergänzt

 

 

Referent: Erik Theuerkauf

Hilfeplanung bewegt sich in struktureller Ungewissheit: Ziele müssen formuliert werden, obwohl Hilfeverläufe offen, brüchig und konflikthaft bleiben. Der Vortrag liest den Hilfeplan als Karte: Ziele werden zu Horizonten, die Orientierung geben, ohne Wege festzuschreiben. Umwege und Neuausrichtungen erscheinen dadurch als Hinweise auf Passungsprobleme zwischen Lebenslagen, professionellen Deutungen, institutionellen Zuständigkeiten und verfügbaren Hilfen – nicht vorschnell als Abbrüche.

Raum: wird ergänzt

Panel II

Workshops

Referent: Friedhelm Haussels

Wenn Hilfen scheitern, Zuständigkeiten umstritten sind oder Angebote an Grenzen geraten, müssen Kommunen trotzdem handlungsfähig bleiben. Der Beitrag stellt die Fachstelle für schwierige Einzelfälle vor und diskutiert ihre konzeptionellen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen sowie Erfahrungen, Chancen und Grenzen ihrer praktischen Umsetzung.

Raum: wird ergänzt

Referentin: Lena Jauch

Komplexe Hilfearrangements sind häufig von Unsicherheit, Krisendynamiken und erhöhten Risiken geprägt. Fachkräfte müssen Schutzbedarfe einschätzen, Verantwortung übernehmen und zugleich handlungsfähig bleiben. Der Beitrag gibt Einblicke in die Arbeit der Berliner Koordinierungsstelle für flexible Hilfesettings und zeigt, wie in hochdynamischen Fallkonstellationen Risiken bearbeitet, Kooperationen gestaltet und tragfähige Unterstützungsarrangements entwickelt werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie professionelles Handeln unter Unsicherheit gelingt.

Raum: wird ergänzt

Referent: Dirk Langheinrich

Der Vortrag stellt die Raumstation als niedrigschwellige Intensivgruppe für sogenannte systemgesprengte und straßenorientierte Jugendliche vor. Nachgezeichnet werden Konzeptentwicklung, Inbetriebnahme und Zusammenarbeit mit öffentlichen Jugendhilfeträgern. Im Fokus stehen traumapädagogische Haltung, Beziehungsarbeit, förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen sowie die Frage, wie Vertrauen in Unterstützungssysteme und eigene Wirksamkeit neu entstehen kann.

Raum: wird ergänzt

Referierende: Viktoria Kessel und Wolfgang Schneider

Ausgehend von Svenjas Geschichte fragt der Beitrag, wie Jugendhilfe dort handlungsfähig bleiben kann, wo Hilfen abbrechen, Beziehungen nicht tragen und Schutz kaum planbar ist. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit von Jugendamt und freiem Träger, die versucht, einer haltlosen Jugendlichen Halt zu geben: ohne Zwang, Sicherheitskräfte oder vorschnelle Ausschlüsse, aber mit fachlicher Präsenz, Konfliktbereitschaft, Zumutungen, Aushandlungen, dem Ringen um verlässliche Beziehungen und der Anerkennung institutioneller Grenzen.

Raum: wird ergänzt

Referent: Arne Weinert

Wenn Hilfesysteme an ihre Grenzen geraten, kommt oft eine Praxis zum Einsatz, über die selten offen gesprochen wird: sogenannte „Sicherheitsdienste oder Deeskalationskräfte“. Ihr Einsatz bewegt sich in einem sensiblen Spannungsfeld: Er kann schützen, stabilisieren und entlasten, aber auch neue Risiken schaffen. Im Zentrum des Vortrags stehen die Fragen, warum solche Einsätze entstehen, welche Risiken sie für junge Menschen und Fachkräfte bergen und unter welchen Bedingungen sie tatsächlich Schutz ermöglichen

Raum: wird ergänzt

Ort, Anmeldung und Teilnahmebeitrag

Der Fachtag findet an der Hochschule Merseburg statt. 

Teilnahmebeitrag: 

  • Regulärer Teilnahmebeitrag: 80,- €
  • Ermäßigter Teilnahmebeitrag (Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte): 20,- €

Zur Anmeldung: 

Um Anmeldung bis 01.10.2026 wird gebeten.

https://event.esalsa.de/gesprengte-systeme/

 

 

Ansprechpartnerin

Kontaktperson
Erik Theuerkauf
Lehrkraft für besondere Aufgaben für das Fachgebiet Sozialarbeitswissenschaft
Raum: Hg E/4/22
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