Informationen zu Chancengerechtigkeit und Gleichstellung
Warum ist Gleichstellung an Hochschulen wichtig?
Wissenschaftsorganisationen sind Orte, welche als innovativer Motor für die Gesellschaft fungieren und gleichsam auch ein Abbild dieser Gesellschaft darstellen, im Sinne eines Spiegelbilds.
Trotz der gesetzlichen Verpflichtung zur Gleichstellung aller Geschlechter ist diese immer noch nicht in Gänze erfolgt. Studien- und Arbeitsbedingungen, die Stereotypisierung und Zuschreibung von Care-Aufgaben bis hin zum Anteil der Professorinnen (an der Hochschule Merseburg aktuell 28%) weisen auf Unterschiede bezüglich der Geschlechter in der Hochschullandschaft hin. Neben den (geschlechter-) ungerechten Lebens- und Arbeitsbedingungen trägt dies dazu bei, dass weiterhin ein binäres Geschlechterverständnis - von "nur" Mann und Frau manifestiert wird.
Für die Vision einer Hochschule für alle müssen die geschlechtsbezogenen Verzerrungseffekte (unconcious bias - unbewusste, automatische Denkmuster sowie Stereotype, die tief verwurzelt sind und das Verhalten beeinflussen sowie zur Reproduktion beitragen) und ausschließende, benachteiligende Mechanismen und Strukturen sichtbar gemacht und abgebaut werden. Nur so können wir Benachteiligung, sexualisierte Diskriminierung und auch Gewalt aktiv verhindern.
Informationen
Chancengleiche, wertschätzende und diskriminierungsfreie Studien-/Arbeitsstrukturen für alle
Die Hochschule Merseburg schätzt und fördert die Vielfalt ihrer Hochschulgemeinschaft und legt großen Wert auf eine gleichberechtigte, vertrauensvolle sowie diskriminierungsfreie Zusammenarbeit, die zu einer bestmöglichen Entfaltung der Potenziale aller Hochschulangehörigen beiträgt.
Gleichstellungskonzept
Ziel ist es, Prinzipien der Chancengleichheit, Gleichstellung, Antidiskriminierung sowie Familiengerechtigkeit in Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement sowie Verwaltung abzubilden. Sie sind ausgehend vom Gleichstellungskonzept im Leitbild, der Hochschulentwicklungsplanung sowie den Zielvereinbarungen zwischen der Hochschule und dem Land Sachsen-Anhalt sowie zwischen dem Rektorat und Fachbereichen verankert und bilden damit die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung und die damit verbundenen Veränderungsprozesse im Sinne einer Hochschule für alle.
Akteur*innen
Zur Verwirklichung dieser Prinzipien tragen zahlreiche Akteur*innen der Hochschule mit konzeptionellen und strategischen Formaten, Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten, verschiedenen Veranstaltungsformaten sowie weiteren Initiativen bei. Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. die Sensibilisierung und Sichtbarmachung sowie die dauerhafte Verankerung in allen Hochschulprozessen, die geschlechtergerechte Personalentwicklung und die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Studium.
Anti-Diskriminierungsordnung
Der Schutz vor Diskriminierung ist eine weitere wichtige Aufgabe, die sich auf Präventionsmaßnahmen, Interventionen und konsequenten Sanktionen bei diskriminierenden Verhalten sowie auf die Unterstützung und Förderung benachteiligter Personengruppen konzentriert. Auf der Grundlage der novellierten Anti-Diskriminierungsordnung der Hochschule Merseburg und der damit verbundenen Vertrauensstelle wird diskriminierten Personen durch transparente, niedrigschwellige Verfahrenswege, vertrauliche Beratungsangebote und offizielle Beschwerdemöglichkeiten bedarfsorientierte Unterstützung gewährleistet.
Die Verzahnung von strukturellen Veränderungsprozessen sowie individuellen und bedarfsorientierten Angeboten sind auf dem Weg zu einer diversen und inklusiven Hochschulkultur ein wesentliches Kriterium, welches bei allen Aufgaben und Herausforderungen in den Blick genommen wird.
"Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos, wir hätten sie schon."Greta Nestor (Autorin und Journalistin)






