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Energiesparen: Umrüstung auf LED

Unterwegs mit den HoMe-Elektrikern Matthias Quaas und Olaf Schrinner

Was nach einer simplen Maßnahme klingt, ist ein wichtiger Beitrag für die Reduktion der Treibhausgasemission der Hochschule Merseburg und spart Stromkosten: 500 Leuchten werden aktuell bis Ende September auf LED umgerüstet. Foyer, Flure, Hörsäle und Büros im Hauptgebäude bekommen damit eine energieeffizientere Beleuchtung. Matthias Quaas und Olaf Schrinner verantworten den Bereich Elektrotechnik an der Hochschule und erklären, was die Maßnahme bringt.

Über 40 Jahre Erfahrung

Seit gut 40 Jahren mit der Hochschule verbunden 

Olaf Schrinner und Matthias Quaas gehören zu den Urgesteinen der Hochschule. Beide absolvierten ihre Ausbildung noch an der ehemaligen TH Leuna-Merseburg: Schrinner begann 1981, Quaas startete 1987 seine Lehre und schloss 1999 einen berufsbegleitenden Meisterabschluss an. Heute kümmern sie sich im Dezernat Liegenschaften und Technik im Gewerk Elektrotechnik um die Wartung, Instandhaltung und Störungsbeseitigung der elektrischen Anlagen auf dem Campus, von Aufzügen und Trafostationen bis zu Außenrollos und E-Ladesäulen. Mit diesen regelmäßigen Aufgaben ist die Arbeitswoche bereits gut gefüllt. Zusätzliche Installationsarbeiten wie die LED-Umrüstung erfolgen nebenbei. 

„Zur DDR-Zeiten waren wir 20 Personen, die für die Elektrik auf dem damaligen TH-Campus zuständig waren, heute sind wir zu zweit. Was wir selber mit eigenen Mitteln hinkriegen, machen wir auch selber. Die Digitalisierung und moderne Anlagen vereinfachen die Erledigung der Aufgabenbereiche natürlich in vieler Hinsicht, beispielsweise bei Störfällen“, erzählt Schrinner. 

Die Hauselektriker der Hochschule

Arbeiten auch nach 40 Jahren noch gern an „ihrer” Hochschule: Olaf Schrinner und Matthias Quaas

Nachhaltige Modernisierung in mehreren Schritten

Schon in den vergangenen Jahren haben die beiden die Beleuchtung von Büros, Laboren, Straßen- und Notfallbeleuchtung sukzessive modernisiert und damit hohe Einsparungen ermöglicht. In den Laboren wurden Leuchtstoffröhren mit einem Verbrauch von 58 bis 60 Watt durch LED-Röhren mit 20 Watt ersetzt. Auch in der Bibliothek tauschten die Elektriker schätzungsweise 500 bis 600 LED-Leuchtmittel aus. Die Straßenbeleuchtung auf dem Campus wurde ebenfalls umgerüstet: rund 500 Lampen mit ursprünglich 80 bis 120 Watt erhielten LED-Leuchtmittel mit 30 bis 40 Watt und zusätzlich wurde die Leuchtintensität in den tiefen Nachtstunden reduziert. Umfangreiche Vorhaben mit höherem Aufwand wie die aktuelle LED-Umrüstung der Hörsäle und Foyers können hingegen nur in Kooperation mit externen Dienstleistern bewältigt werden, da hier Spezialanfertigungen für die vorhandenen Leuchtleisten in großen Höhen eingepasst werden. Dafür wurde die Maßnahme zu 40 % mit staatlichen Fördergeldern unterstützt und zwar mit insgesamt 210.061 Euro für die benötigten Investionen und Installationen.
 

Einsparung

Olaf Schrinner ersetzt in einem Büro alte Leuchtröhren mit LED-Röhren

Matthias Quaas inspiziert die neue Deckenbeleuchtung im Hörsaal 5

Was bringt die LED-Umrüstung?

Einen Unterschied kann man vor allem dort sehen, wo alte und neue Leuchtmittel noch direkt nebeneinander hängen. „Nach 10 bis 15 Jahren Dauereinsatz sind die alten Leuchtmittel einfach nicht mehr so leistungsfährig und die Leuchten zudem stark verstaubt“, erklärt Schrinner. Die neuen LEDs sind heller, erreichen ihre volle Leuchtwirkung sofort und erhitzen sich kaum. „Das gefällt vielleicht nicht allen, aber es gibt Vorschriften, welche Beleuchtungsstärke auf Fluren und in Büros erreicht werden muss und diese wurden von den Planern für die Berechnung der Umrüstungsmaßnahme berücksichtigt. Demzufolge entspricht die Leuchtstärke nun den aktuellen Elektro-Vorschriften, die für öffentliche Gebäude gefordert werden", ergänzt Quaas.

Weitere Ergebnisse der Umrüstung sind messbar: Durch die aktuelle LED-Umrüstung von 500 Leuchtmitteln und den Einsatz von Bewegungs- und Richtungsmeldern können rund 50 % des Stromverbrauchs eingespart werden. Die alten Leuchten in Fluren und Büros hatten beispielsweise eine Leistung von 42 Watt, die neuen kommen auf 19 Watt. Bei den LED-Röhren beträgt der Verbrauch nun 20 statt 35 Watt. „Das macht schon einen deutlichen Unterschied, wenn man alles durchrechnet.“, erklärt Quaas.

Ein weiterer Faktor ist die bisherige Nutzungsdauer: „Häufig brennen die Lichter in Fluren und im Foyer den ganzen Tag durchweg und zwar von früh um 5 Uhr an, wenn das Reinigungspersonal startet bis spät abends, wenn der letzte Prof. sein Büro verlässt“, weiß Quaas. Mit den Bewegungsmeldern gehört das der Vergangenheit an. Gleichzeitig wird damit nicht nur Strom gespart, sondern auch der Umgang mit Energie im Hochschulalltag verändert.


Ein wichtiger Baustein im Klimaschutzkonzept

Die LED-Umrüstung ist Teil des integrierten Klimaschutzkonzeptes der Hochschule Merseburg und gehört zum Themenschwerpunkt „Campus der Zukunft“ mit dem Ziel einer energieeffizienten Beleuchtungsoption für Straßen- und Innenbeleuchtung. Weitere energiebezogene Maßnahmen werden im Themenfeld „Energie und Infrastruktur“ vorangebracht. Hierzu zählen die energetische Sanierung und Instandhaltung der Hochschulgebäude.

Der Stromverbrauch ist ein wichtiger Hebel zur Einsparung von Energie: In der Treibhausgasbilanz 2024 verursacht der Stromverbrauch 67 % der Emissionen, die direkt auf dem Hochschulcampus entstehen. Durch die Modernisierung der Beleuchtung können jährlich rund 298 MWh Strom eingespart werden. Das entspricht gut 13 % des gesamten Stromverbrauchs der Hochschule im Jahr 2024. Über ihre gesamte Lebensdauer vermeiden die neuen Systeme voraussichtlich rund 2.600 Tonnen CO₂ – etwa das 2,7-Fache der gesamten strombedingten Jahresemissionen der Hochschule von 2024. Die berechneten Einsparungen sollen mit Abschluss der Maßnahme wie geplant erreicht werden.

Nachhaltigkeit

Matthias Quaas sieht jedoch einen Punkt kritisch: Aus meiner Sicht ist die Förderung nicht immer nachhaltig gedacht, denn noch funktionierende Lampenfassungen im Foyer mussten komplett ausgetauscht werden, obwohl es vom Hersteller Umbausätze gegeben hätte. Eine Modernisierung wäre also technisch möglich und ressourcenschonender gewesen. Wir haben versucht, mit dem Fördermittelgeber darüber zu verhandeln. Gefördert wurde jedoch nur eine komplett neue Lampe, das ließ sich nicht ändern. Glücklicherweise gab es ein maßgleiches Nachfolgemodell, wodurch aufwendige Umbauarbeiten und damit höhere Kosten vermieden werden konnten.“ Die noch brauchbaren Komponenten der alten Leuchten werden nun als Ersatzteile eingelagert. Nicht mehr verwendbare Komponenten werden fachgerecht entsorgt.

Die LED-Umrüstung zeigt, wie Klimaschutz an der Hochschule Merseburg als Zusammenspiel von Klimaschutzmanagement und dem Dezernat für Liegenschaften und Technik funktioniert. Die Hochschule hat mit der Umsetzung einen wichtigen Schritt zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele realisiert.
 

Im Vordergrund: die alten Leuchten mit reduzierter Helligkeit, im Hintergrund die neuen Leuchten ohne Dekorring aus Metall.

Über die Förderung Nationale Klimaschutzinitiative

Dieses Projekt ist gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit dem Förderkennzeichen 67K31603.

Titel: “KSI: Austausch der LED-Beleuchtung im Innenbereich der Hochschule Merseburg”
Laufzeit: 01.10.2025 - 30.09.2026

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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Kontakt & Weitere Informationen

Kontaktperson
Greta Jäckel
Referentin für Klimaschutz
Raum: Rz/A/0/35
Telefon: 03461 - 46 2101
Kontaktperson
Matthias Quaas
Vorarbeiter Elektro
Raum: Li/0/12
Kontaktperson
Olaf Schrinner
Mitarbeiter Elektrotechnik
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