Komplexlabor

Komplexlabor Digitale Kultur

Kultur, Alltag - unsere Lebenswelten sind digital geworden

Unsere Lebenswelten sind im digitalen Zeitalter angekommen: Algorithmen unterstützen uns bei Entscheidungen, empfehlen uns Bücher, Filme, Musik und sogar potentielle Lebensgefährten, Social Media vernetzt Menschen weltweit und kreiert neue communities und im Internet of Things werden darüber hinaus noch elektronische Geräte miteinander vernetzt. Diese Omnipräsenz von Digitalität begreifen wir als Digitale Kultur

Das Komplexlabor Digitale Kultur ist der Ansicht, dass Kultur kein Wesen hat, sondern fortwährend durch Individuen, Praktiken, Institutionen und Umgang mit Artefakten hervorgebracht und gestaltet wird. Digitale Kultur wird also praktiziert und erfahren. Aus diesem Grund versteht sich das Komplexlabor als Erfahrungsraum für digitale Kultur, der auf den folgenden drei Säulen ruht:

  1. Vermittlung. Neue Mediale Praktiken sollen von Anwendern durch experimentelle Formate angeeignet und spielerisch ausprobiert werden. So konzipieren wir im Komplexlabor zum Beispiel Workshops, um komplexe Technologien wie Künstliche Intelligenz, Programmiersprachen oder Virtual Reality anschaulich und erfahrbar zu machen
  2. Wissenschaftliche Forschung. Die Vermittlung wird durch methodische Erforschung und theoretische Analyse begleitet. Im Fokus steht die Forschungsfrage nach den gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen Digitaler Kultur im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsansatzes. Im Detail nutzen wir zum Beispiel die sozialwissenschaftlichen Kategorie „Gender“ als Instrument, um Erkenntnisse über Bias bei Künstlicher Intelligenz zu gewinnen. Oder versuchen uns der Frage anzunähern, wie viel Komplexität Code Literacy braucht. 
  3. Künstlerisch-ästhetische Erfahrung.  Theorie und Praxis ergänzen wir, in dem wir einen Sinn für die Komplexität und Kontingenz Digitaler Kultur entwickeln. Dadurch können wir diese auch ästhetisch erfahrbar machen. 

Zusammengefasst bedeutet das, dass wir experimentelle Anordnungen gestalten, um Praxiserfahrungen zu generieren und diese in vermittelnde Formate wie z.B. Workshops oder Installationen transformieren. Damit verfolgen wir das Ziel, hinsichtlich Digitaler Kultur zu sensibilisieren und aufzuklären.

 

 

Let's chat! Eine praktische Einführung in Mensch-Maschine Interaktion

Nicht-Informatiker*innen werden in den Medien oft mit Schlagwörtern wie Computer-Programmierung oder künstliche Intelligenz konfrontiert, haben aber leider oft keinen Zugang, um sich mit diesen Technologien auseinanderzusetzen und ein tieferes Verständnis zu entwicklen. Um diese Thematik in die Gesellschaft hineinzutragen, haben Studierende der Hochschule Merseburg ab April die Möglichkeit unter Anleitung individuelle Chatbots zu programmieren. So können sie Erfahrungen mit Programmiersprachen sammeln und gleichzeitig für das Thema „Mensch-Maschine-Interaktion“ sensibilisiert werden. So soll eine Art digitales Empowerment erreicht werden: Das Herausbilden einer eigenen, kritischen und fundierten Meinung zu digitalen Technologien. Die programmierten Prototypen sollen auf der Webseite des Komplexlabors verlinkt werden.

 

„Burg meets HoMe – was passiert, wenn KI-Anwendungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden?

 

Das möchten wir im Rahmen der Hochschulkooperation der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und der Hochschule Merseburg herausfinden: Studierende haben die Möglichkeit zusammen mit internationalen Expert*innen an einem interdisziplinären Projekt rund um künstliche Intelligenz zu arbeiten. Zum Thema „Talk to Me - Disembodied Voices and the Politics of Human-Machine Conversation“ möchten wir Sprachassistenten, Smart Speaker und Chatbots unter die Lupe nehmen. Uns interessieren die gesellschaftlichen Dimensionen von KI: Warum sind die meisten Sprachassistent*innen weiblich? Warum müssen diese Artefakte überhaupt vermenschlicht werden? Warum wohnen sie in Zylindern? Wie sehen gesellschaftliche und politische Dimensionen dieser Technologie aus? Mit Hilfe einer spekulativen Herangehensweise sollen praktische Arbeiten entstehen, begleitet von einem tieferen theoretischen Verständnis des Themas.

 

 

TEILPROJEKTLEITUNG

Prof. Dr. Stefan Meißner
Professur für Medien- und Kulturwissenschaften
Raum: Hg/F/4/20

Ansprechpersonen

Steffen Hönig
Projektmitarbeiter Komplexlabor Digitale Kultur
Raum: Rz/39
Telefon: +49 3461 46-2369
Natalie Sontopski
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Komplexlabor Digitale Kultur
Raum: Rz/40
Telefon: +49 3461 46-2368
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