ForschungsKita

ForschungsKita

ForschungsKita - Ein gelebter Theorie-Praxis-Transfer

Das Projekt "ForschungsKita" möchte basierend auf seinem Konzept theoretische Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen der Hochschule für die Kita-Praxis nutzbar machen. Umgekehrt sollen Kita-Praxis Fragestellungen an die Fachbereiche der Hochschule herangetragen werden.

Das Projekt "Forschungskita" begleitet die CampusKids eng bei der Umsetzung des Konzeptes einer lernenden Organisation, in der sich sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen stets in Bildungsprozessen befinden. Die Kinder sollen die Freiheit und die Möglichkeit haben, entsprechend ihrer Interessen zu forschen, zu entdecken und sich so ein Bild von der Welt zu machen.

 

Unser Medienprojekt für Kitas

Das Projekt "Forschungskita" möchte Tutorial-Videos für pädagogische Fachkräfte zu praxisrelevanten Themen anbieten. Im Fokus stehen zu Beginn medienpädagogische Inhalte. Diese sollen entlang von einzelnen Geräten zur Mediennutzung erfolgen, da unter pädagogischen Fachkräften hier häufig noch Berührungsängste im Kitaalltag bestehen. Das Tutorial zielt darauf ab, den Umgang mit dem jeweiligen (technischen) Gerät zu erlernen und dieses kreativ nutzen zu können. Aufgrund selbst erfahrener Anwendungsmöglichkeiten werden pädagogischen Fachkräfte befähigt, Anwendungsideen für die Arbeit mit Kita-Kindern zu entwickeln und in die Alltagspraxis zu integrieren.

In einem ersten Video haben wir uns mit der Nutzung von mobilen Endgeräten beschäftigt. Die Frage, ob mobile Endgeräte einen festen Platz im Kita-Alltag haben sollten, spaltet. Während die Einen die Medienkompetenz von Kindern so früh wie möglich fördern wollen, wollen die Anderen den Kindern ihre medienfreie Kinderwelt möglichst lange bewahren. Wir – das Projekt "ForschungsKita" und das Team der Kita "CampusKids" – wollten wissen, ob der Einsatz mobiler Endgeräte und anderer technischer Geräte die Bildungsprozesse der Kinder anregen und dabei verschiedene Bildungsbereiche verknüpfen kann.

Wir möchten unsere Ideen dazu gerne in die Welt tragen und mit Pädagog*innen anderer Kitas teilen. Dafür haben wir einen Tutorialfilm gedreht der ein Gerät und dessen Anwendungsmöglichkeiten erklärt. Unsere Wahl fiel auf das Tablet und zwei Anwendungen, welche bei den Kindern in unserer Testphase besonders beliebt waren: die Kamerafunktion und eine Audio-App zum Aufzeichnen von Geräuschen.

 

Medienarbeit in der Kita: Das Tablet

Datenschutzhinweis

Wenn Sie unsere YouTube-Videos abspielen, werden Informationen über Ihre Nutzung von YouTube an den Betreiber in die USA übertragen und unter Umständen gespeichert.

Der Film zeigt, wie ein Tablet in der Kita ohne viel Vorbereitung und technisches Wissen mitten im Alltag genutzt werden kann. Den Rahmen stellen zwei Spielideen dar, welche die Kinder selbst erfunden haben: Die Ton-Entdeckungsreise und die Detail-Schatzsuche. Beide Spiele können die Kinder ohne Hilfe der Erwachsenen spielen. Die so auf dem Tablet gespeicherten Audio- und Bilddateien sind im Anschluss für weitere Spiele, Experimente und zur Dokumentation nutzbar.

Transfer mit der Hochschule

Über das Projekt „ForschungsKita“ stehen die „CampusKids“ und die Hochschule in engem Kontakt und Austausch miteinander. Der gelebte Austausch und Theorie-Praxis-Transfer prägt die Kinderbetreuung auf dem Gelände der Hochschule.

Vor diesem Hintergrund eröffnet sich den Studierenden und Mitarbeitenden aller Fachbereiche die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse und Fragestellungen direkt an die Praxis Frühkindlicher Bildung heranzutragen. Umgekehrt erkennt das Team der Kita „CampusKids“ es als Chance, seine Fragestellungen unmittelbar an die Fachbereiche der Hochschule richten zu können.

Das Projekt „ForschungsKita“ ermöglicht Studierenden der Hochschule in Kooperation mit den „CampusKids“ Praktika zu absolvieren, Projekte durchzuführen sowie Haus- und Abschlussarbeiten zu schreiben.

Die Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur (SMK) ist mittlerweile sehr vielfältig und findet auf unterschiedlichen Ebenen statt.

Die Theorie-Praxis-Seminare verbinden theoretische Auseinandersetzungen im Hörsaal mit praktischen Erfahrungen innerhalb der Kita „CampusKids“.

Ein verstetigtes Angebot ist das Seminar „Arbeitswerkstatt CampusKids“. In diesem Seminar erhalten die Studierenden der Studiengänge BASA und KMP einen Überblick über verschiedene Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren im Bereich der Frühpädagogik.

Ressourcenorientierte Beobachtung ist die Voraussetzung guter Kita-Praxis, weshalb sich die Studierenden anschließend mit dem bewährten Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren der Bildungs- und Lerngeschichten intensiver auseinandersetzen. Nach einer theoretischen Einführung in das Beobachtungsverfahren wenden die Studierenden ihr Wissen direkt in der Kita-Praxis der „CampusKids“ an. Sie nutzen die „CampusKids“ im Sinne eines Reallabors, beobachten die Kinder und dokumentieren ihre Beobachtungen nach dem Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten.

Ihre Erfahrungen aus der Praxis reflektieren sie anschließend im Seminar. Der Wechsel von Theorie- und Praxiseinheiten hat mehrere Vorteile: Die Studierenden kommen mit einem potenziellen Arbeitsfeld in Berührung. Sie sammeln dort erste Erfahrungen und treten in unmittelbaren Austausch mit den Kindern und mit den pädagogischen Fachkräften. Sie können außerdem direkt in der Praxis prüfen, inwiefern sie in der Lage sind, ihr theoretisch erworbenes Wissen in der Praxis anzuwenden. Der Wechsel von theoretischen und praktischen Einheiten ermöglicht zeitnahe Reflexionen und Korrekturen. Das theoretische Wissen wird direkt mit praktischen Erfahrungen verknüpft und geht somit nachhaltiger in die Wissensbestände der Studierenden ein.

Das Einführungsseminar für Studierende des ersten Semesters des Fachbereichs SMK gibt einen Überblick über wesentliche Themen der institutionalisierten Frühkindlichen Bildung.

Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema erhalten die Studierenden Gelegenheit, erste Eindrücke in der Praxis der „CampusKids“ zu sammeln. So können theoretische Fragestellungen direkt in der Praxis überprüft und praktische Beobachtungen im Seminar gemeinsam vor theoretischem Hintergrund reflektiert werden.

Über das Projekt „ForschungsKita“ fließen Fragen und Themen aus der Praxis direkt in den Seminarkontext ein und werden dort zur vertiefenden Bearbeitung durch die Studierenden angeboten.

Studierende der Hochschule Merseburg können ihre Semester- und Abschlussarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Projekt „ForschungsKita“ schreiben. Sie können beispielsweise die Kita „CampusKids“ als Reallabor nutzen, um eigene Fragestellungen in der Praxis wissenschaftlich zu begleiten. Studierende können bei der Suche nach und der Entwicklung von Forschungsfragen für ihre Arbeiten unterstützt und während der Schreibphase betreut werden.

Das Projekt „ForschungsKita“ eröffnet den „CampusKids“ die Möglichkeit, spezifische Räume der Hochschule nutzen zu können. Einmal wöchentlich gehen die „CampusKids“ zum Sport in den Sportraum der Hochschule.

Die „CampusKids“ können über die „ForschungsKita“ für kita-interne Projekte Materialien und Geräte wie Trickbox, Mikrofone, Tablets etc. leihen und nutzen.

Studierende der Studiengänge BASA und KMP können ihre Praktika bei den „CampusKids“ absolvieren. Sie lernen dadurch ein potenzielles Arbeitsfeld intensiver kennen und können eigen Projektideen realisieren. Die Studierenden können in Absprache mit dem Kita-Team den Schwerpunkt für ihr Praktikum bestimmen und wahlweise ihrem Fokus auf die allgemeine Arbeit in der Frühpädagogik richten, sich mittels der Elternarbeit auf die Erwachsenenbildung konzentrieren oder aber kultur- und medienpädagogisch ausgerichtete Projekte realisieren.

 

Die Wurzeln der "CampusKids" sind ein studentisch-professorales Hochschulprojekt zur Kinderbetreuung, welches 2006 ins Leben gerufen wurde, um Studierenden die Teilnahme an Lehrveranstaltungen in den späten Nachmittagsstunden zu ermöglichen. Die "CampusKids" etablierten sich und wurden im Laufe der Zeit für viele Kinder von Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule zur regelmäßigen Ganztagsbetreuung.

Im März 2020 vergrößerten sich die "CampusKids" und gingen als Regelkita in die Trägerschaft des Studentenwerks Halle über. Betreut werden auch heute noch vorrangig Kinder von Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule.

Transfer in die Region

Ein Ziel des Projekts „ForschungsKita“ ist es, die Erkenntnisse aus dem Theorie-Praxis-Transfer zwischen der Kita „CampusKids“ und der Hochschule in Kitas der Region zu tragen. Derzeit gibt es eine Kooperation mit der Kita „Rappelschloss“ des Kinderträume Merseburg gUG in Beuna. Das Projekt ForschungsKita begleitet das Team des Rappelschlosses in pädagogischen Belangen und unterstützt so die Qualitäts- und Konzeptentwicklung.

 

ANSPRECHPERSON

Katja Czech
Projektleiterin Forschungskita
Raum: RZ/0/40
Telefon: +49346146-2373
Nach oben