ForschungsKita

ForschungsKita

Bildungsprozesse von Kindern besser verstehen

Das Projekt "ForschungsKita" möchte basierend auf seinem Konzept theoretische Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen der Hochschule für die Kita-Praxis nutzbar machen. Umgekehrt sollen Kita-Praxis Fragestellungen an die Fachbereiche der Hochschule herangetragen werden. Ziel ist die Entwicklung der Qualität in der Frühpädagogik im Allgemeinen und bei den CampusKids – der Kooperationskita der Hochschule – im Besonderen.

Kinderbetreuung in Merseburg

Die Kita CampusKids in Trägerschaft des Studentenwerks Halle versteht sich als Kita, die auf hochschulspezifische Gegebenheiten eingeht und das Konzept der Forschungskita umsetzt. Ihre Wurzeln sind ein studentisch-professorales Hochschulprojekt zur Kinderbetreuung, welches 2006 ins Leben gerufen wurde, um Studierenden die Teilnahme an Seminaren in den späten Nachmittagsstunden zu ermöglichen. Die CampusKids wuchsen im Laufe der Zeit und wurden für viele Kinder von Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule zur Ganztagsbetreuung. Im März 2020 vergrößerten sich die CampusKids und gingen als Regelkita in die Trägerschaft des Studentenwerks Halle über. Die CampusKids befinden sich noch immer direkt auf dem Campus in Räumen der Hochschule. Betreut werden auch heute noch hauptsächlich Kinder von Studierenden und Hochschulangehörigen.

Das Projekt "Forschungskita CampusKids"

Das Projekt "Forschungskita" begleitet die CampusKids eng bei der Umsetzung des Konzeptes einer lernenden Organisation, in der sich sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen stets in Bildungsprozessen befinden.

Die Kinder sollen die Freiheit und die Möglichkeit haben, entsprechend ihrer Interessen zu forschen, zu entdecken und sich so ein Bild von der Welt zu machen. Diese Selbstbildungsprozesse werden ermöglicht, beobachtet, dokumentiert, begleitet und bieten Anlass für den Dialog mit dem Kind wie auch für fachtheoretische Gespräche mit Vertretern der jeweiligen Fachbereiche des Campus. In der stetigen Selbst- und Fremdreflexion werden das pädagogische Handeln und der diesen zugrundeliegenden Einstellungen, Erfahrungen und Haltungen mit dem Ziel hinterfragt, Kindern umfassende Freiräume für Bildung, Teilhabe und Selbstverwirklichung zu ermöglichen. In Kooperation mit den jeweiligen Fachbereichen der Hochschule werden spezifische Angebote entwickelt, die aber nicht nur den CampusKids zur Verfügung stehen sollen, sondern im Rahmen des angestrebten Ausbaus der Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen, pädagogischen Ausbildungszentren sowie Jugendämtern  in der Region in der Breite wirksam werden sollen.

Wissenstransfer - Ein zirkulärer Theorie-Praxis-Transfer

Die CampusKids und die Hochschule stehen in engem Kontakt und Austausch miteinander. Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen aller Fachbereiche steht der Zugang zur Kita offen, um wissenschaftliche Erkenntnisse direkt an die Praxis der CampusKids heranzutragen und aus den Beobachtungen und Erfahrungen der Praxis neue Forschungsfragen zu generieren. Studierende können beispielsweise Praktika absolvieren, Haus- und Abschlussarbeiten schreiben und Forschungsprojekte gestalten.

Das Team der CampusKids kann seine Fragestellungen an die Fachbereiche der Hochschule richten und Praxiserfahrungen an diese herantragen. Dabei ist der Austausch mit dem Fachbereich SMK besonders intensiv.

Der so gelebte zirkulärer Theorie-Praxis-Transferprozess innerhalb der CampusKids und im Austausch mit der Hochschule ermöglicht, Qualität in der frühkindlichen Bildung entwickeln zu helfen.

 

Beispiele aus den bisherigen Transferaktivitäten

Die Theorie-Praxis-Seminare verbinden theoretische Auseinandersetzungen im Hörsaal mit praktischen Erfahrungen innerhalb der Kita.

Ein verstetigtes Angebot ist die „Arbeitswerkstatt CampusKids“. Nach einer theoretischen Einführung in Beobachtungsverfahren der Frühpädagogik, wenden die Studierenden des Fachbereichs die Bildungs- und Lerngeschichten in der Praxis der CampusKids an und treten in einen direkten Austausch mit den Kindern und den pädagogischen Fachkräften. Praktische und theoretische Einheiten wechseln im laufenden Semester einander ab. Fragen entstehen sowohl in der theoretischen Auseinandersetzung als auch in der Praxis und werden einerseits im Seminar und andererseits mit den Fachkräften vor Ort erörtert.

Die ForschungsKita gestaltet Transferprozesse in Kitas in der Region. Die Erkenntnisse und Erfahrungen der CampusKids wie auch aus den Fachbereichen der Hochschule fließen in Weiterbildungen, Fachtage und Hospitationen ein. Erfahrungen können so geteilt und diskutiert werden. Vernetzung und Austausch tragen dazu bei, Qualität in Einrichtungen der Frühkindlichen Bildung zu entwickeln.

Für Transferprozesse in die Region erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt INNOmobil. Das Forschungstransfermobil wird zukünftig für Veranstaltungen in der Region genutzt.

Das Konzept der ForschungsKita orientiert sich bezüglich der Entwicklung von Professionalität und Qualität am Modell der lernenden Organisation. Fragen, welche sich aus der alltäglichen Praxis ergeben, werden im Team vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse reflektiert. Anregungen und Impulse werden als Bereicherung und Möglichkeit verstanden, das pädagogische Handeln kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dieses Selbstverständnis wurde bei den CampusKids implementiert und ist mittlerweile wesentlicher Bestandteil der Kita-Praxis der CampusKids.

ANSPRECHPERSON

Katja Czech
Projektleiterin Forschungskita
Raum: RZ/0/40
Telefon: +49346146-2373
Nach oben