Chemie- und Umwelttechnik

Chemie- und Umwelttechnik

AbschlussStudienformStudiendauerStudienbeginnZulassungSprache
Bachelor of Engineering Vollzeit 7 Semester Wintersemester frei Deutsch

Von Abfall bis Zahnpasta

Im Bachelorstudiengang Chemie- und Umwelttechnik  lernen Sie, Kleines im großen Maßstab zu denken und übernehmen mit Ihren Ideen gestalterische  Verantwortung für unsere Zukunft und die Welt von morgen.Chemietechnik beschäftigt sich mit der Produktion verschiedener Stoffe, der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, der Auslegung von Apparaten und der analytischen Kontrolle der Produktqualität. Verfahren und Anlagen zur Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden sind wichtige Bestandteile der Umwelttechnik. Ob Klimaschutz oder Umgang mit Energie: hier schließt sich der Kreis. Zur Onlinebewerbung

Grundstudium

Studieninhalte

1. bis 3. Semester

  • Kompetenzgrundlagen
  • Mathematik 
  • Physik
  • Technische Mechanik
  • Einführung in die Verfahrenstechnik
  • Chemie- und ingenieurtechnische Grundlagen
  • Thermodynamik
  • Allgemeine Verfahrenstechnik 
  • Anorganische Chemie
  • Maschinenelemente und Konstruktionslehre
  • Werkstofftechnik
  • Strömungslehre
  • Physikalische Chemie
  • Organische Chemie
  • Apparatetechnik 
  • Umwelttechnik

+ Orientierungssemester

Es besteht die Möglichkeit, das BAföG-fähige Orientierungssemester KOMPASS dem eigentlichen Studium vorzuschalten und bereits zum Sommersemester, ab April, zu studieren.

mehr Informationen KOMPASS - Das Orientierungssemester

Ausgewählte Lehrinhalte

  • Physikalische Größen
  • Fehlerrechnung
  • Kinematik und Dynamik
  • mechanische Schwingungen und Wellen
  • Grundlagen der Hydrostatik und ‐dynamik
  • Grundlagen der Thermodynamik
  • Grundelemente einer verfahrenstechnischen Anlage
  • Übersicht über verfahrenstechnische Grundoperationen
  • Zeichnerische Darstellung von Verfahren durch Fließbilder mit seinen Elementen (Grundfließbild, Verfahrensfließbild)
  • Analyse ausgewählter großtechnischer Prozesse
  • Einfache Masse-, Stoff- und Energiebilanzen
  • Zusammensetzungsmaße von Mehrkomponentensystemen (Anteil, Beladung, etc.)
  • Stoff- und Energiebilanzen von Mehrkomponentensystemen
  • Stoff- und Energiebilanzen von Anlagen mit mehreren Elementen
  • Bilanzierung mit Hilfe von Matrizenrechnungen
  • Struktur und Bindung organischer Moleküle
  • Struktur und Reaktivität: Säure und Basen, polare und unpolare Moleküle
  • Reaktionen der Alkane
  • Cyclische Alkane
  • Stereoisomere
  • Eigenschaften und Reaktionen der Halogenalkane
  • Weitere Reaktionen der Halogenalkane
  • Hydroxygruppe: Alkohole
  • Reaktionen der Alkohole, Chemie der Ether
  • Geschichte  und Einteilung der Werkstoffe
  • Struktur der Werkstoffe
  • Zustandsdiagramme
  • Verformung und Festigkeitssteigerung von Metallen
  • Langzeitverhalten von Metallen
  • Korrosion
  • Stahl und Gusseisen
  • Nichteisenmetalle
  • Polymere

Mathematik ist wie eine Sportart, die komplexe Bewegungsabläufe hat

Prof. Dr. Andreas Spillner

Wussten Sie schon in der Schule, dass Sie Mathematiker werden wollen? Nein, Mathe war zwar mein Lieblingsfach, aber ich konnte mir damals noch nicht so richtig vorstellen, was man dann den ganzen Tag so macht als Mathematiker. Während des Zivildienstes habe ich mich dann genauer informiert und festgestellt, dass es um die Entwicklung immer neuer mathematischer Werkzeuge geht und wie spannend das ist - diese Neugierde ist bis heute geblieben.

Welche Fächer gefielen Ihnen noch? Mir lagen vor allem die Fächer, bei denen ich das Gefühl hatte, dass ich mich Stück für Stück in ein in sich logisch strukturiertes Ganzes hineindenken kann. Das war zum Beispiel bei Physik der Fall. Biologie fand ich dagegen in der Schule schwierig. Erst viel später ist mir klar geworden, dass sich auch viele Aspekte biologischer Systeme mathematisch beschreiben lassen und heute ist dies eines der Anwendungsgebiete, für das ich mathematische Werkzeuge entwickle.

Ist Mathematik schwer zu lernen? Meiner Erfahrung nach ist es bei der Mathematik wie mit einer Sportart, die komplexe Bewegungsabläufe erfordert. Man wird diese Bewegungsabläufe nie wie selbstverständlich ausführen und Spaß daran haben, wenn man sie nicht immer wieder übt bis man sich auch die kleinste Nuance angeeignet hat. Es reicht nicht, jemandem zuzusehen, der es schon kann, und auswendig zu lernen, welche Bewegungen diese Person nacheinander gemacht hat. Man muss Mathematik selbst treiben, um ein Gespür für die vielseitigen Werkzeuge zu bekommen, die sie uns bereit stellt.

Worin liegt der Reiz von Mathematikkursen für angehende Ingenieure? Die Kurse zu Beginn des Studiums stellen in kompakter Form einige mathematische Werkzeuge zusammen, die man als Ingenieur benötigt. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass man wirklich das Gefühl hat, jemand zeigt einem einen Werkzeugkoffer, geht dessen Inhalt kurz durch, sagt wozu die Sachen verwendet werden können, aber der größere Zusammenhang der zwischen all den Werkzeugen besteht, wird nicht deutlich.

Für mich liegt der Reiz darin, zumindest ein Grundverständnis für diesen Zusammenhang zu wecken, da es damit später leichter ist, denke ich, selbst neue Werkzeuge in seinen persönlichen mathematischen Werkzeugkoffer aufnehmen und verwenden zu können.

 

Prof. Dr.  Andreas Spillner lehrt seit dem Wintersemester 2017 Mathematik an der Hochschule Merseburg, u.a. im Studiengang Chemie-und Umwelttechnik 

 

"Es macht einfach Spaß, in einer so angenehmen Atmosphäre zu arbeiten."

Regina aus Schweinfurt

Warum hast Du Dich für dieses Studium entschieden? Die seltene Kombination aus Chemie- und Umwelttechnik interessiert mich. Hier kann ich mich mit beidem beschäftigen, ehe ich mich für eine Richtung entscheide.

Wie sieht Dein Studienalltag aus? Vorlesungen, Übungen, Seminare und Praktika: es ist immer abwechslungsreich.

Welches Modul war für Dich besonders schwer? Klar gibt es Fächer, die mehr Zeit und Nerven in Anspruch nehmen. Letzlich ist aber alles machbar. Auch weil alle Lehrenden gern weiterhelfen.

 

An welchem Ort bist Du gern? Im Labor. Alle Betreuer sind sehr freundlich und kompetent: es macht einfach Spaß in einer so angenehmen Atmosphäre zu arbeiten.

Was war bisher Dein größter Erfolg im Studium? Der Erhalt des Deutschlandstipendiums. Diese finanzielle Unterstützung erleichert mir das Studium sehr.

Welche Pläne hast Du nach dem Studium? Ich möchte den Master anschließen. Da wir unsere Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben, kann ich auch Kontakte zu knüpfen, um später einen Arbeitsplatz zu finden.

 

Planvoll in der Regelstudienzeit studieren!

Bewerbung und Zulassung

  • Der Studiengang ist zulassungsfrei.
  • Allgemeine Hochschulreife
  • Fachhochschulreife
  • fachgebundene Hochschulreife
  • abgeschlossene Berufsausbildung in Verbindung mit einer dreijährigen Berufserfahrung und einer bestandenen Feststellungsprüfung  
  • jährlich zum Wintersemester
  • Bewerbungsschluss ist der 15. September des Jahres, in dem die Aufnahme des Studiums beabsichtigt ist. Zur Online-Bewerbung

Kontakt

Allgemeine Studienberatung

Elisa Unkroth
Allgemeine Studienberaterin
Raum: Hg/G/1/17
Telefon: +49 3461 46-2321

Studienfachberatung

Prof. Dr. Dietmar Heinz
Professur Kommunale Entsorgungstechnik
Raum: Hg/D/0/08

"Wer Ingenieur werden will, sollte auch an einem Industriestandort studieren."

Christian aus Quedlinburg

Warum hast Du Dich für dieses Studium entschieden? Ich habe bei TOTAL in Leuna eine Ausbildung zum Chemikanten gemacht. Da liegt es nah, auch an einem Industriestandort zu studieren, wenn man Ingenieur werden will.

Was gelingt Dir gerade gut im Studium?  Vieles kenne ich aus der Praxis. Dadurch ist mein Lernaufwand nicht so hoch und das Verknüpfen von Theorie und Praxis funktioniert sehr gut.

Worauf würdest Du gern verzichten? Auf den Prüfungsstress! Aber der gehört dazu. Auf die anschließenden Semesterferien freut man sich umso mehr.

Welches Modul hat Dich ganz besonders gefordert?  Physikalische Chemie! Die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Molekülen zu verstehen und auch mathematisch zu beschreiben ist schon eine Herausforderung. Dabei sind das alles Anwendungen, die unseren Alltag bestimmen: ob Akkus im Smartphone oder eine Destillationsapparatur in der Schnapsbrennerei ;-) 

Wie bereitest Du Dich auf Prüfungen vor?  Wo viel gerechnet werden muss, sind Lerngruppen gut; man kann sich austauschen und helfen. Allein lerne ich gern, wenn es vor allem um Auswendiglernen geht.

Vertiefungsstudium Chemietechnik

Studieninhalte 4. bis 7. Semester

  • Reaktionstechnik 
  • Organische Chemie
  • Analytik
  • Anlagen- und Sicherheitstechnik
  • Thermische Verfahrenstechnik I
  • Physikalische Chemie II
  • Thermische Energietechnik 
  • Prozesstechnik 
  • Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik 
  • Anorganische Chemie
  • Biotechnologie und Biologische Chemie
  • Makromolekulare Chemie 
  • Instrumentelle Analytik 
  • Wahlmodule 
  • Kompetenzerweiterung
  • Betriebspraktikum und Industrieprojekt
  • Bachelorarbeit mit Kolloquium

Ausgewählte Lehrinhalte

  • Wärmeübertragung (Wärmeleitung, -konvektion)
  • Stoffübertragung (Diffusion, Konvektion)
  • Anwendung der Grundprinzipien auf Apparate der thermischen Verfahrenstechnik mit deren Darstellung und Modellierung 
  • Wärmeübertrager verschiedener Bauart ohne Phasenwechsel
  • Verdampfung/ Kondensation
  • Destillation
  • Rektifikation: Trennung von Ethanol und Wasser
  • Wärmeübertrager ohne und mit Phasenwechsel 
  • Trocknung von feuchtem Gut
  • physikalisch-chemische Grundlagen für homogene Reaktionen
  • Stoff- und Wärmebilanz idealer Reaktoren
  • Verweilzeitverteilung in idealen und realen Reaktoren
  • Reaktionsführung bei komplexen Reaktionen
  • Beispiele für chemische Reaktoren
  • Erweiterung der physikalischen-chemischen Grundlagen (Kinetik, Stofftransporteinflüsse) 
  • Mehrphasenreaktionen (Heterogene Katalyse, Feststoffreaktionen, Fluid/Fluidreaktionen, 3-Phasenreaktionen)
  • Reaktormodellierung und Reaktorauslegung für Mehrphasenreaktoren 
  • Diagnose der limitierenden Teilschritte, Berechnung des kinetischen Regimes; Energieeintrag 
  • Optimierung der Selektivität durch geeignete Reaktionsführung, Stoffübergang in zwei Flüssigkeiten und Gas/Flüssig
  • Rohstoffquellen (Kohle, Erdöl, Erdgas, nachwachsende Rohstoffe)
  • Basisverfahren der Chemie (Raffinerie, Synthesegas, Reformieren, Ammoniaksynthese, Salpetersäure- und Schwefelsäureherstellung) 
  • Herstellung von Basischemikalien (Ethylenoxid, Phthalsäureanhydrid, Ethylbenzol, Styrol)
  • Veredelungsprodukte (Polystyrol, Polyester, Perlon)
  • Adsorption/Desorptionsprozesse
  • Feststoffextraktion
  • Grundlagen der Katalyse
  • Grundlagen der Anlagentechnik
  • Zeichnerische Darstellung von Anlagen (DIN EN ISO 10628, DIN 19227) 
  • Rohrleitungstechnik zur Förderung von Fluiden (inkl. Wanddickenberechnung)
  • Fördertechnik zur Feststoffförderung 
  • Lagerung von Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen
  • Überblick der Mess-, Steuer-, Regelungs- und Prozessleittechnik für den Anlagenbauer
  • Grundlagen der Anlagenplanung von der Idee bis zur Inbetriebnahme (Konzept, Basic-Engineering, Detail-Engineering, Inbetriebnahme) 
  • Sicherheitstechnische Grundlagen
  • Sicherheitstechnische Kenndaten von Stoffen
  • Sicherheitstechnische Analysen von Anlagen (Risikoanalyse) 
  • Einführung in Explosionsrichtlinien, Druckgeräterichtlinie
  • Vorbeugende, konstruktive und allgemeine Sicherheitskonzepte

Der Wow-wie-krass-Effekt

Cécile aus Halle

Warum hast Du Dich für dieses Studium entschieden? Thema und Standort waren ausschlaggebend: UMWELT sollte es sein. Und ich wollte in der Nähe meines Wohnortes studieren.

Was macht Spaß an Deinem Studium? Dass aus Kommilitonen Freunde werden! Ich mag die familiärer Atmosphäre. Wir sitzen nicht in überfüllten Hörsälen und können immer direkt nachfragen. Aber auch Wissen anwenden macht richtig Spaß! Das merkt man im Laufe des Studiums.

Worauf würdest Du gern verzichten? Vorlesungsbeginn um 7:30 Uhr; das ist einfach zu früh ;-)

Woran merkst Du, dass Du einen richtig guten Tag hattest? Aha-Effekte! Es gibt Themen, mit denen tut man sich schwer. Dann kommt ein entscheidender Moment, eine Idee und der: Wow-wie-Krass-Effekt.

Hast Du ein Lieblingsmodul? Das richtet sich nach Lieblingsdozenten; und wir haben einige davon, die ganz unspektakuläre Dinge interessant gestalten können.

Was war bisher Dein größter Erfolg im Studium? Das Lob eines bestimmten Professors. Goldrichtig stand unter meiner Übungsklausur. Das hängt noch heute an meiner Pinnwand und motiviert mich.

Vertiefungsstudium Umwelttechnik

Studieninhalte 4. bis 7. Semester

  • Versorgungstechnik
  • Reaktionstechnik 
  • Analytik 
  • Anlagen- und Sicherheitstechnik 
  • Thermische Verfahrenstechnik 
  • Abfalltechnik 
  • Thermische Energietechnik 
  • Abwassertechnik 
  • Steuerungs-, Regelungs- und Prozessleittechnik 
  • Luftreinhaltetechnik 
  • Bodensanierung und Bautechnik
  • Ökologische Stoffwandlung
  • Lärmminderungstechnik 
  • Immissionsschutz 
  • Instrumentelle Analytik 
  • Wahlmodul 
  • Kompetenzerweiterung
  • Betriebspraktikum und Industrieprojekt
  • Bachelorarbeit mit Kolloquium

Ausgewählte Lehrinhalte

  • Grundlegende Anforderungen der Abfallwirtschaft
  • Charakterisierung von Abfällen
  • Sammlung und Transport von Abfällen
  • Abfallaufbereitung und Wertstoffrecycling 
  • Biologische Abfallbehandlung 
  • Thermische Abfallbehandlung 
  • Deponietechnik 
  • Entsorgung gefährlicher Abfälle
  • thermodynamische Grundlagen der Versorgungstechnik
  • Thermische Behaglichkeit, versorgungstechnische Strukturen, Berechnung von Heiz- und Kühllast
  • Grundbaugruppen der Heizungs- und Lüftungstechnik
  • Wasserbedarf und -vorkommen, Wasserverbrauch, Wasserkreislauf, Wassergewinnung und -aufbereitung, Anforderungen an Trinkwasser und Wasserhygiene, Wasserspeicherung und -verteilung
  • Prozesse der Trinkwasseraufbereitung
  • Grundlegende Begriffe
  • Charakterisierung des Zustandes von Luftströmen
  • Hauptkomponenten von Abgasreinigungssystemen
  • Verringerung der Schadstoffbelastung in Arbeitsräumen
  • Partikelabscheidung
  • Methoden zur Entfernung gasförmiger Komponenten aus Abluft
  • Reinigung von Rauchgasströmen
  • Kombinierte Verfahren zur Abluftreinigung
  • Aufbau der Atmosphäre – physikalische und chemische Grundlagen (Temperaturgradienten, Schichtungsstabilität, Strahlungshaushalt)
  • Natürliche und anthropogene Luftbestandteile – Quellen, Wirkungen von Luftschadstoffen
  • Prozesse der Deposition
  • Sekundäre Immissionen, photochemische Prozesse in der Troposphäre
  • Aktuelle Situation der Luftbelastung, Schwerpunkt: Ozon-, Feinstaubbelastung, Klimagase
  • Rechtliche Grundlagen der Luftreinhaltung 
  • Messung von Luftschadstoffen in Abgasen und der Umgebungsluft
  • Bewertung von Messergebnissen – Immissionskenngrößen, Emissions- und Immissionsgrenzwerte

Labore Chemietechnik

Labore Umwelttechnik